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Dürfen Menschen in ärmeren Weltregionen nicht den Impfstoff wegschnappen

"Ich kann die Kritik zwar nachvollziehen, aber ich halte sie dennoch für falsch", sagte Schäuble im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Wir können unsere Ungeduld nicht zum Maß aller Dinge machen und den Menschen in ärmeren Weltregionen den Impfstoff wegschnappen."

 

Angesichts der Impfstoffknappheit hatte unter anderen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) moniert, die Bundesregierung habe die Dringlichkeit der Impfstoffbestellung anfangs offenkundig unterschätzt. "Es war richtig, dass Gesundheitsminister Jens Spahn den europäischen Weg gewählt hat und wir in Europa gemeinsam vorgehen", sagte Schäuble dazu. In der Krise wachse die EU zusammen, das sei "enorm ermutigend", so der Bundestagspräsident und CDU-Politiker.

 

Krise mit Solidarität überwinden

 

"Die Krise überwinden wir nur mit Solidarität, in Europa und auch darüber hinaus", mahnte Schäuble mit Blick auf Warnungen, es bleibe nicht genug Impfstoff für ärmere Regionen. So geht die Caritas davon aus, dass in 70 ärmeren Ländern kommendes Jahr nur zehn Prozent der Bevölkerung geimpft werden können, weil sich die entwickelten Länder den Großteil der Kapazitäten bereits gesichert hätten. pm, ots

 

English version

 

Germanys Bundestag President Wolfgang Schäuble has rejected accusations that the Federal Government has not secured enough Corona vaccine doses for Germany. "I can understand the criticism, but I still think it is wrong," Schäuble said in an interview with the Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). "

 

We cannot make our impatience the measure of all things and snatch the vaccine away from people in poorer regions of the world." In view of the vaccine shortage, Bavaria's Minister-President Markus Söder (CSU), among others, had complained that the federal government had obviously underestimated the urgency of ordering the vaccine at the beginning. "It was right for Health Minister Jens Spahn to choose the European path and for us to proceed together in Europe," Schäuble said in response. In the crisis, the EU is growing together, which is "enormously encouraging", said the Bundestag President and CDU politician.

 

Overcoming the crisis with solidarity

 

"We can only overcome the crisis with solidarity, in Europe and beyond," Schäuble warned, referring to warnings that there was not enough vaccine left for poorer regions. Caritas expects that only ten percent of the population in 70 poorer countries will be vaccinated next year, because the developed countries have already secured most of the capacity.

pm, ots, mei

 

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