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Corona: "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand" - Angst vor der dritten Welle mit der neuen Mutation

"Unsere Situation wird noch erschwert durch eine sehr gefährliche Mutation, die in England weiter wächst, obwohl man dort im Lockdown ist. Das muss uns zu denken geben", sagt der in Köln lebende Politiker im Podcast "Die Wochentester" des "Kölner Stadt-Anzeiger".

 

Sollte sich die Mutation auch hierzulande ausbreiten, müssten sich die Deutschen auf noch mehr Einschränkungen einstellen: "Dann sind natürlich viel drastischere Maßnahmen notwendig, um das Gleiche zu erreichen. Wir haben alle Angst vor einer dritten Welle mit der neuen Mutation." Die kürzlich beschlossene Lockdown-Verlängerung hält er darum für alternativlos: "Wir müssen ehrlich sagen, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen. Zu früh aus dem Lockdown bedeutet eine dritte Welle." Lauterbach geht davon aus, dass der politisch gewünschte Inzidenzwert von 50 bis zum 31. Januar nicht erreicht werden wird - und kritisiert den angepeilten Wert: "Ich kenne eigentlich keinen einzigen Virologen oder Epidemiologen, der sagt: "50 ist sicher". Alle sagen, es muss niedriger sein."

 

"Wir wollen keinen Deutschland-Tourismus"

 

Die in der Kritik stehende 15-Kilometer-Radius-Regel verteidigt Lauterbach vehement: "Wir wollen keinen Deutschland-Tourismus. Wir wollen nicht, dass die Situation so ist, dass unsere Kinder nicht in die Schule dürfen. Gleichzeitig machen andere, die es sich leisten können und glauben leisten zu müssen in dieser Zeit einfach einen Familienurlaub, also fahren Ski oder reisen durch Deutschland hin und her. Wir haben es ja am Wochenende gesehen: Wir waren im vollen Shutdown und die Skihänge, die Ausflugsziele waren überrannt. Das können wir einfach zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen."

 

Wahlkampf für den Bundestag aussetzen

 

Lauterbach fordert zudem, den Wahlkampf für die Bundestagswahl vorläufig auszusetzen: "Wir sind jetzt in den nächsten drei Monaten in einer wirklich ganz eklatanten Krisenlage und da kann kein Wahlkampf stattfinden."

Der vom Kölner Medienbüro "Maass Genau" produzierte Podcast ist ab Freitag, 8. Januar, 7 Uhr, hier oder bei allen gängigen Musik- und Podcast-Apps zu hören:

www.ksta.de/wochentester pm, ots

 

English version

 

The SPD health expert Karl Lauterbach looks with great concern at the virus mutation in Great Britain and the possible consequences for Germany. "Our situation is made even more difficult by a very dangerous mutation that continues to grow in England, even though they are in lockdown there. That must give us pause for thought," says the Cologne-based politician in the podcast "Die Wochentester" of the "Kölner Stadt-Anzeiger".

 

Should the mutation also spread in this country, Germans would have to prepare for even more restrictions: "Then, of course, much more drastic measures are necessary to achieve the same thing. We are all afraid of a third wave with the new mutation." He therefore considers the recently decided lockdown extension to be without alternative: "We have to honestly say that our backs are against the wall. Coming out of the lockdown too early means a third wave." Lauterbach assumes that the politically desired incidence value of 50 will not be reached by 31 January - and criticises the targeted value: "I don't actually know a single virologist or epidemiologist who says '50 is safe'. Everyone says it has to be lower."

 

"We don't want German tourism"

 

Lauterbach vehemently defends the 15-kilometre radius rule, which has been criticised: "We don't want Germany tourism. We don't want the situation to be such that our children are not allowed to go to school. At the same time, others who can afford it and think they have to simply take a family holiday during this time, so they go skiing or travel back and forth through Germany. We saw it at the weekend: We were in full shutdown and the ski slopes, the destinations were overrun. We just can't do that at this point in time."

 

Suspend election campaign for Bundestag

 

Lauterbach also calls for the election campaign for the Bundestag to be suspended for the time being: "We are now in a really quite glaring crisis situation for the next three months and there can be no election campaign."

The podcast, produced by the Cologne-based media agency "Maass Genau", can be heard from Friday, 8 January, 7 a.m., here or on all popular music and podcast apps:

www.ksta.de/wochentester pm, ots, mei

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