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Selbsttest-Offensive für Kitas und Schulen gefordert

"Schnelltests sind eine riesige Chance für die Öffnungsstrategien", sagte Giffey im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Schon seit dem 2. Februar sind Schnelltests zur Anwendung auch durch nicht medizinisches Personal mit Schulungsvideo zugelassen.

 

In Potsdam und Bremen werden sie bereits eingesetzt, Berlin hat solche Tests bestellt, auch Österreich macht es ja vor", sagte die Ministerin der NOZ. Und die Zulassung mehrerer einfach handhabbarer Schnelltests zur Selbstanwendung durch Laien sei in Vorbereitung und werde in den nächsten Wochen erwartet. Sobald eine Stadt, ein Landkreis oder eine Region die Schnelltestung des Personals und weitere Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen gewährleisten könnten und die Inzidenz niedrig sei, "können auch Kitas und Schulen schrittweise wieder öffnen", sagte Giffey. "Mein Appell an die Länder ist: Der breite Einsatz dieser Schnelltests muss jetzt vorbereitet werden, damit sie sofort genutzt werden können, wenn sie zugelassen und verfügbar sind", sagte die Ministerin. "Hier sollten die Länder wirklich alles in Bewegung setzen."

 

Kitas und Schulen mit Tests ausstatten

 

Kitas und Schulen müssten mit den Tests ausgestattet werden. In Verbindung mit Masken, Lüften, Abstandhalten und Wechselunterricht "kann das Testen dazu beitragen, dass Bildungseinrichtungen Schritt für Schritt geöffnet werden können. Hier dürfen wir keinen Tag verlieren", mahnte Giffey zur Eile. "Es darf nicht damit getan sein anzuerkennen, wie schwer es für Kinder und Familien ist. Es sollte jetzt auch ein Weg eingeschlagen werden, um den Kita- und Schulbetrieb sicher wieder hochzufahren."

 

Selbstteste sind "die Brücke"

 

Die Selbsttests seien "die Brücke, über die wir rasch aus dem Dilemma zwischen Gesundheitsschutz und Lockdown-Schäden herauskommen, bis ab voraussichtlich Mai auch Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher geimpft werden können". Dazu gehöre aber auch, dass es bei positiv getesteten Personen eine PCR-Nachtestung und eine unmittelbare Verfolgung der Infektionsketten sowie Quarantänemaßnahmen gebe.

 

Einheitlicher Rahmen für Stufenplan

 

Mit Blick auf den Corona-Gipfel an diesem Mittwoch sagte Giffey: "Es wäre gut, wenn sich Bund und Länder auf einen einheitlichen Rahmen für einen Stufenplan einigen könnten mit Kriterien, ab wann eine Rückkehr aus dem Notbetrieb zum eingeschränkten bis hin zum vollständigen Regelbetrieb erfolgen sollte." Es müsse aber gleichzeitig möglich sein, dass Länder und Kommunen dann anhand ihrer regionalen Situation selbst entscheiden könnten, wann sie welche Stufe gingen. "Einen solchen Stufenplan hatten wir schon einmal im letzten Frühjahr, und ich finde ihn auch jetzt wieder sinnvoll."

 

Absolute Eile ist geboten

 

Mit Blick auf geschlossene Kitas und Schulen sei absolute Eile geboten, mahnte die Familienministerin. "Es sind in den vergangenen Monaten nicht nur Bildungslücken, sondern auch Bindungslücken entstanden. Und es gibt zunehmend Berichte über seelische Leiden bis hin zu depressiven Verstimmungen bei Kindern und Jugendlichen. Das ist schon alarmierend. Hier entstehen Schäden, die womöglich nicht alle wiedergutgemacht werden können. Und je länger der Lockdown dauert, desto schwieriger wird es."

 

Deutlicher Anstieg bei Online-Beratung

 

Bei den Hilfsangeboten, etwa der Nummer gegen Kummer oder dem Elterntelefon, "verzeichnen wir einen deutlichen Anstieg, vor allem bei der Onlineberatung", sagte Giffey. "Es geht da häufig um Einsamkeit, um Perspektivlosigkeit und auch um Gewalt." Über 60 Prozent der jüngeren Generation hätten Einsamkeitsgefühle - deutlich mehr als andere. Und es müsse berücksichtigt werden, dass die Corona-Fälle bei Kindern deutlich geringer seien. "Bei den 0- bis 5-Jährigen liegt die Inzidenz jetzt bei 38, also unter 50." pm, ots

 

English version

 

Before the Corona Summit, Federal Minister for Family Affairs Franziska Giffey (SPD) has called for a self-testing offensive by the federal states in order to be able to open day-care centres and schools quickly despite the virus threat. "Rapid tests are a huge opportunity for opening strategies," Giffey said in an interview with the Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). "Already since 2 February, rapid tests have been approved for use also by non-medical staff with training video.

 

They are already being used in Potsdam and Bremen, Berlin has ordered such tests, and Austria is also showing the way," the minister told the NOZ. And the approval of several easy-to-use rapid tests for self-application by laypersons is in preparation and expected in the next few weeks, she said. As soon as a city, district or region can guarantee rapid testing of staff and other hygiene and precautionary measures and the incidence is low, "daycare centres and schools can also gradually reopen," Giffey said. "My appeal to the Länder is: the widespread use of these rapid tests must be prepared now so that they can be used immediately when they are approved and available," the Minister said. "This is where the Länder should really make every effort."

 

Equip day-care centres and schools with tests

 

Kitas and schools would have to be equipped with the tests. In combination with masks, ventilation, spacing and alternate teaching, "testing can help to open up educational institutions step by step. We must not lose a day here," Giffey urged. "It must not be enough to acknowledge how difficult it is for children and families. A path should also be taken now to safely ramp up daycare and school operations again."

 

Self-tests are "the bridge"

 

The self-tests, he said, are "the bridge by which we can quickly get out of the dilemma between health protection and lockdown damage until teachers and educators can also be vaccinated from probably May onwards". However, he said, this also includes PCR retesting for people who test positive and immediate tracking of chains of infection, as well as quarantine measures.

Uniform framework for step-by-step plan

With a view to the Corona summit this Wednesday, Giffey said: "It would be good if the federal and state governments could agree on a uniform framework for a step-by-step plan with criteria for when a return from emergency operation to limited to full regular operation should take place." At the same time, however, it must be possible for the Länder and municipalities to decide for themselves, based on their regional situation, when to go to which stage. "We already had such a phased plan once last spring, and I think it makes sense again now."

 

Absolute haste is called for

 

With regard to closed day-care centres and schools, absolute haste is called for, the Family Affairs Minister warned. "Not only have there been gaps in education in recent months, but also gaps in retention. And there are increasing reports of mental suffering and even depressive moods among children and young people. This is alarming. Damage is being done here that may not all be repairable. And the longer the lockdown lasts, the more difficult it becomes."

 

Significant increase in online counselling

 

When it comes to help services, such as the Nummer gegen Kummer (number against grief) or the Elterntelefon (parents' hotline), "we are seeing a significant increase, especially in online counselling," Giffey said. "It's often about loneliness, a lack of perspective and also violence." More than 60 per cent of the younger generation had feelings of loneliness - significantly more than others. And it must be taken into account that corona cases are much lower among children, he said. "Among 0- to 5-year-olds, the incidence is now 38, which is less than 50." pm, ots, mei

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