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Durch die Pandemie wird die Spaltung der Gesellschaft tiefer

"Die Spaltung wird tiefer", sagt er in der neuen Folge des Podcasts "Die Wochentester" von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)". "Und deswegen kann ich solche Sprüche nicht hören wie "Eure Großeltern mussten in den Krieg und von Euch fordert man ja nur, zuhause zu bleiben."

Diese Botschaft ist gegenüber denjenigen zynisch, die ihre wirtschaftliche Existenz und ihren Job verlieren oder auch psychisch destabilisiert werden." Die Einschränkung der Grundrechte in der Pandemie treibt den Philosophen, der unter SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder Kulturstaatsminister war und Philosophie und politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrt, besonders um: "Wir müssen sehr aufpassen, dass der Lebensschutz nicht alle anderen Grundrechte erstickt."

Wichtige Möglichkeiten sind gescheitert

Nida-Rümelin kritisiert im Gespräch mit den Moderatoren Wolfgang Bosbach und Christian Rach scharf, dass wichtige Möglichkeiten, die Krise in den Griff zu bekommen, gescheitert sind: "Wir haben eine Corona-App in Deutschland installiert, die den Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung nichts nützt, obwohl es ein Leichtes wäre, diese Nachverfolgbarkeit mit digitalen Tools sicherzustellen." Wenn Grundrechte derart eingeschränkt würden wie derzeit, "dann müssen wir auch darüber reden, dass Gesundheitsämter über Ortungsdaten verfügen. Ich bin der Meinung: Das sollten wir akzeptieren, obwohl ich sehr für Datenschutz bin." pm, ots, Quelle: ksta.de/wochentester

English version

 

The philosopher and risk ethicist Julian Nida-Rümelin warns of the serious consequences of the crisis for society in the coming years. "The division is getting deeper," he says in the new episode of the podcast "Die Wochentester" by "Kölner Stadt-Anzeiger" and "RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)".

 

"And that's why I can't hear such sayings as "Your grandparents had to go to war and all they're asking of you is to stay at home.""

 

This message is cynical towards those who lose their economic livelihood and their jobs or are also psychologically destabilised." The restriction of fundamental rights in the pandemic is of particular concern to the philosopher, who was Minister of Culture under SPD Chancellor Gerhard Schröder and teaches philosophy and political theory at Ludwig Maximilian University in Munich: "We have to be very careful that the protection of life doesn't suffocate all other fundamental rights."

 

Important options have failed

 

In conversation with moderators Wolfgang Bosbach and Christian Rach, Nida-Rümelin sharply criticises the fact that important possibilities to get a grip on the crisis have failed: "We have a Corona app installed in Germany that is of no use to the health authorities in terms of tracking, although it would be easy to ensure this traceability with digital tools." If fundamental rights are restricted as they are now, "then we also have to talk about the fact that health offices have tracking data. I am of the opinion: we should accept that, although I am very much in favour of data protection." pm, ots, mei, Source: ksta.de/wochentester

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