KFC Uerdingen: "Unsere Mannschaft wird schändlich im Stich gelassen"

"Wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass wir Abstiegskampf können", meinte MSV-Kapitän Stoppelkamp. Dass die Nachbarstädte Krefeld und Duisburg ihre Partie im 200 Kilometer entfernten "Heimspiel-Stadion" in Lotte austragen mussten, gehört zu den Stilblüten im Profi-Fußball.

 

Duisburgs Sportdirektor Grlic: "Das ist ein Witz, dass wir hier spielen müssen." Für Uerdingens Trainer Krämer nehmen die Mißstände im KFC-Umfeld immer groteskere Züge an. Man habe "Bedingungen wie eine schlechte Betriebsmannschaft."

 

KFC Uerdingen - MSV Duisburg 1:2 - Lotte? "Das ist ein Witz!"

 

Uerdingens Trainer Stefan Krämer: "Ich denk schon, das mehr drin gewesen wäre. Wir hatten hintenraus große Druckphasen, große Chancen, um zumindest auf Unentschieden zu stellen. Das wäre auch wichtig gewesen. Von der Leistung kann ich den Jungs nur wieder bestätigen, dass sie alles probiert haben und teilweise richtig gut gespielt haben." Nach dem Spiel hatte sich die Mannschaft noch mit mehreren Leuten auf der Tribüne unterhalten - waren das etwa Fans? "Das waren ehrenamtliche Helfer. Die haben uns gesagt, dass ihnen das Spiel gefallen hat." 

 

MSV-Trainer Pavel Dotchev: "Für mich ist das ein verdienter Sieg. Beide Mannschaften haben toll gekämpft, beide Mannschaften wollten nicht verlieren." Zur aktuellen Lage und dem Abstiegskampf insbesondere: "Wenn wir das nicht verstanden haben und ich jetzt anfangen muss, den Spielern das zu erklären, dann hätten wir gar keine Chance. Die Jungs wissen, um was es geht. Ich versuche die Mannschaft zu unterstützen, auch zu steuern. Aber nicht zu viel und nicht zu wenig. Das ist für mich wichtig." 

 

Duisburgs Kapitän und Torschütze Moritz Stoppelkamp: "Wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass wir Abstiegskampf können, dass wir ihn angenommen haben. Wir sind schlecht ins Spiel gekommen, geraten durch einen Standard in Rückstand. Aber vielleicht haben wir das gebraucht. Hört sich immer blöd, aber danach waren wir wach. Wir haben am Ende noch ein bisschen Glück. Unser Fehler war, dass wir das nicht mehr Ballbesitz hatten, haben es nicht mehr ausgespielt." Zu seinem gesundheitlichen Zustand: "Ich fühle mich jetzt wieder einigermaßen gut".

 

Uerdingens Trainer Stefan Krämer vor dem Spiel über die "Heimspiel"-Premiere des KFC in Lotte: "Ich habe ja immer gedacht, ich hätte im Fußball schon alles erlebt. Aber zum Heimspiel 200 Kilometer zu fahren, das ist schon lustig irgendwie....Die Mannschaft wird seit Monaten mehr oder weniger schändlich im Stich gelassen. Wir haben keine anständigen Trainingsbedingungen, die Spieler kaufen ihr Wasser selbst, die Physios müssen ihr Massage-Öl selbst kaufen, wir haben kein Schneide-Programm mehr für Analysen, die Spieler kriegen seit Monaten kein geregeltes Gehalt. Wenn sich das nicht schlagartig ändert, dann wird uns das irgendwann mal sportlich einholen. Dass wir hier Bedingungen haben wie eine schlechte Betriebsmannschaft." Weiß Krämer wie es weitergeht? "Das wissen wir tatsächlich nicht! Ob frische Gelder kommen, das wissen wir nicht!" 

 

Duisburgs Sportdirektor Ivica Grlic in der Halbzeit-Pause über den Standort Lotte als Heimspiel-Stätte des KFC: "Ich finde, das ist ein Witz, dass wir hier spielen müssen. Ich glaube, die Stadien beider Klubs sind 15 Kilometer entfernt. Wir haben mehr Hotel-Kosten, wir haben mehr Fahrt-Kosten und wir spielen in Lotte: super!"

 

Türkgücü München - FSV Zwickau 1:1 - Enochs unglücklich UND glücklich

 

Das Fazit von Türkgücüs neuem Trainer Serdar Dayat über ein glückliches 1:1: "Puuuuh. Wenn ich ehrlich bin, haben wir heute kein ordentliches Spiel angeboten. Ich wollte einen positiven, ordentlichen Fußball anbieten. Das hat nicht so ganz geklappt. Aber wir haben einen Punkt holen können und das ist wichtig." 

Türkgücüs Alexander Sorge: "Wir hatten in den 1-gegen1-Duellen viele Nachteile, was wir sonst besser gemacht haben. Wir hatten auch mit dem Ball viele Verluste. Der Trainer sorgt dafür, dass die Brust immer draußen ist, dass der Kopf immer oben ist. Das ist die Prio für den Rest der Saison. 

 

Zwickaus Trainer Joe Enochs über ein überlegenes Spiel seines Teams: "Diese Auftritte wie heute, das ist genau das, was wir in Zwickau sehen wollen. Und wenn wir öfter so auftreten, werden wir mehr Spiele gewinnen als verlieren." 

Zum Spielverlauf: "Ja, wir hatten drei gute Chancen in der 1. Hälfte, die zum Tor hätten führen können. Nichtsdestotrotz machen wir kurz vor dem Abpfiff das 1:0 und kassieren in der Nachspielzeit den Ausgleich." 

 

Nach dem Spiel gab´s noch einen Zwist zwischen Enochs und dem erneuten Assistenz-Trainer Pummer: "Beim Gegentreffer hat irgendeiner von der Türkgücü-Bank Hütchen in unsere Richtung geworfen. Das fand ich nicht so schön. Und wenn irgendein Co-Trainer unsere Spieler nach dem Spiel anmacht, dann finde ich das nicht gut. Ich würde einen gegnerischen Spieler nicht anmachen wollen. Das gehört sich einfach nicht. Den Fehler habe ich in jungen Jahren auch gemacht."

 

Manfred Starke, der kurz vor Abpfiff das 1:0 für Zwickau erzielte: "Nach dem Spielverlauf können wir nicht zufrieden sein. Vor allem, wenn wir 3 Minuten vor dem Ende noch das 1:0 machen....Ich treffe den ganz gut. Aber ehrlich: ich hätte lieber die 3 Punkte mitgenommen.....Ist natürlich schwierig darüber zu reden, was hätte, wenn und aber sein können. Wenn wir 3 Minuten 1:0 führen, müssen wir das über die Bühne bringen." pm, ots, Quelle: Magenta Sport