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Längerer Mutterschutz wirkt sich positiv auf die Gesundheit von Kindern aus

Das hat eine Studie des Ifo-Instituts ergeben. Insbesondere junge Erwachsene profitieren. „Psychische und Verhaltensstörungen sind in dieser Altersgruppe der häufigste Grund für eine stationäre medizinische Behandlung. Verhindern wir diese, ergeben sich im Jahr Einsparungen bis zu 6,6 Millionen Euro pro Geburtenjahrgang“, sagt Marc Fabel, Experte am Ifo-Zentrum für Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsökonomik.

 

In den späten 1970er Jahren war der Mutterschutz auf bis zu 6 Monate mit finanzieller staatlicher Unterstützung verlängert worden, um die Mütter stärker zu entlasten. Der Ifo-Forscher weist nun in einer Langzeitstudie nach, dass auch die Kinder in ihrer langfristigen Entwicklung davon profitieren. Insbesondere junge Männer Ende zwanzig sind weniger von Krankheitsbildern wie suchtbedingten Verhaltensstörungen betroffen. Zu diesem Ergebnis kam der Autor, indem er medizinische Krankenhausdaten aus den Jahren 1995-2014 auswertete.

 

Bei Mutterschaftsurlaub auf dem letzten Platz

 

Stand heute liegt Deutschland Im europäischen Vergleich des Mutterschaftsurlaubs bei 14 Wochen (bei 100 Prozent Fortzahlung des Gehalts) mit Kroatien und Schweden auf dem letzten Platz. Weit vorn ist Bulgarien (58,5 Wochen, 90 Prozent Gehalt), vor der Slowakei (34 Wochen, 75 Prozent Gehalt) und Tschechien (28 Wochen, 70 Prozent Gehalt). Schließt man die in Deutschland gesetzlich geregelte Elternzeit mit ein, stehen die Deutschen allerdings auf einem Platz im oberen Mittelfeld. Bis zu 14 Monate bezahlte Elternzeit können sich Eltern in Deutschland nehmen, dies bei Lohnfortzahlung von 65 Prozent. Spitzenreiter ist hier Rumänien mit zwei Jahren Elternzeit pro Kind (85 Prozent Gehalt) vor Litauen (bis zum dritten Lebensjahr, 52 Wochen bei 70 Prozent, weitere 52 Wochen bei 40 Prozent). pm, ifo

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