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In der Corona-Krise traut das Kanzleramt den Menschen zu wenig zu

Lindner sagte der "Heilbronner Stimme": "Das CDU-geführte Kanzleramt traut den Menschen zu wenig zu. Die große Mehrheit der Bevölkerung verhält sich verantwortungsbewusst. Und zum Beispiel der Handel, Kulturschaffende oder die Gastronomie haben längst Hygienekonzepte entwickelt, auf die wir vertrauen sollten."

 

Der Parteivorsitzende fügte hinzu: "Wir haben zweifellos unverändert gesundheitliche Risiken, aber wir sehen auch wachsende soziale, gesellschaftliche und wirtschaftliche Risiken. Sozial, weil Kinder den Anschluss verlieren und Menschen isoliert sind, gesellschaftlich, weil die Regeln nicht mehr verstanden und akzeptiert werden, wirtschaftlich, weil Gaststätte oder Kinos keine Kunden empfangen dürfen."

 

Abwägung der Risiken aktualisieren

 

Lindner fordert: "Die Abwägung der Risiken muss jetzt aktualisiert werden. Wo es gute Hygienekonzepte gibt, sollte auch die Öffnung erlaubt werden. Schnelltests und Impfungen sind zwar wichtige Bausteine für Öffnungsschritte, aber auch ohne diese ist jetzt mit FFP2-Masken und Hygienekonzepten mehr gesellschaftliches Leben möglich, als es derzeit gestattet ist. Wir erleben insgesamt einen Verlust der inneren Logik der Maßnahmen. Auch die Orientierung allein an den Inzidenzwerten ist überholt. Wir sind doch ein Jahr weiter, sehen gewaltige Fortschritte in der Medizin, wir handeln verantwortungsbewusst, es kommen mehr Schnelltests. Mit Rücksichtnahme und Verantwortung sind die gegenwärtigen Risiken kalkulierbar. "

 

Dringender Handlungsbedarf beim Handel

 

Als Beispiel für dringenden Handlungsbedarf sieht er den Handel. Lindner sagte der "Heilbronner Stimme" dazu: "Es ist zu befürchten, dass irgendwann Strukturen irreversibel zerstört werden. Ich denke mit großer Sorge an den Einzelhandel in den Innenstädten. Ohnehin war es schon vor der Pandemie eine große Aufgabe, ihn zu bewahren. Eines ist doch sicher: Wenn erst einmal eine größere Zahl von Geschäften das Schaufenster von innen mit Pappe beklebt hat, wird die Umkehr immer schwieriger. Deshalb brauchen wir jetzt ganz schnell eine andere Strategie, und Konzepte zur Belebung und Stärkung der Innenstädte." pm, ots

 

English version

 

FDP leader Christian Lindner criticises the federal government's opening strategy in the Corona crisis. Lindner told the "Heilbronner Stimme": "The CDU-led Chancellery does not trust the people enough. The vast majority of the population behaves responsibly. And, for example, trade, cultural workers or gastronomy have long since developed hygiene concepts that we should trust."

 

The party leader added: "We undoubtedly still have health risks, but we also see growing social, societal and economic risks. Socially, because children lose out and people are isolated; socially, because the rules are no longer understood and accepted; economically, because restaurants or cinemas are not allowed to receive customers."

 

Weighing up the risks

 

Lindner demands: "The consideration of risks must now be updated. Where there are good hygiene concepts, opening should also be allowed. Rapid tests and vaccinations are indeed important building blocks for opening steps, but even without these, more social life is now possible with FFP2 masks and hygiene concepts than is currently permitted. Overall, we are experiencing a loss of the inner logic of the measures. Orientation solely on incidence values is also outdated. We are a year ahead, we see enormous progress in medicine, we act responsibly, more rapid tests are coming. With consideration and responsibility, the current risks are calculable. "

 

Urgent need for action on trade

 

He sees trade as an example of urgent need for action. Lindner told the "Heilbronner Stimme": "It is to be feared that at some point structures will be irreversibly destroyed. I am thinking with great concern about the retail trade in the city centres. Even before the pandemic, it was a big task to preserve it. One thing is certain: once a large number of shops have covered their shop windows with cardboard from the inside, it will become increasingly difficult to turn back. That's why we need a different strategy very quickly now, and concepts to revitalise and strengthen the inner cities." pm, ots, mei

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