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Arbeitgeberpräsident kritisiert die schleppende Auszahlung von Staatshilfen für Unternehmen - Wirtschaftsminister wird ausgebremst

Der BDA-Chef sagte der "Heilbronner Stimme" (Samstag), er finde es bedenklich, "dass der Bundestagswahlkampf offenbar bereits wichtige Entscheidungs-prozesse lähmt oder gar behindert.

 

So sehe er mit Sorge, dass Finanzminister Olaf Scholz Wirtschaftsminister Peter Altmaier immer häufiger Knüppel zwischen die Beine werfe, beispielsweise mit der schleppenden Auszahlung von Staatshilfen. Mit einer solchen destruktiven Form der Profilierung müsse jetzt Schluss sein. Mit Blick auf die Hilfen für Betriebe sagte Dulger: "Wenn ich auf die Hotellerie, die Gastronomie, die Veranstaltungsbranche oder beispielsweise auf körpernahe Dienstleistungen im Handwerk blicke, dann stelle ich fest: Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem viele mit ihren Anstrengungen am Ende sind." Der 57-Jährige fügte hinzu: "Von staatlicher Seite aus hätte schon viel mehr auf den Weg gebracht werden müssen. Wir haben bald April, und wenn ich höre, dass die November- oder Dezemberhilfen immer noch nicht oder nur teilweise ausgezahlt worden sind, dann verschärft das die Situation der Betroffenen ungemein." 

 

Neustart nach Corona

 

Der Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert im Interview mit der "Heilbronner Stimme", den Neustart nach Corona dringend für einen Modernisierungsschub zu nutzen, staatlicher Überregulierung müsse eine Befreiungsoffensive entgegengesetzt werden. Dulger sagte dem Blatt: "Wenn beispielsweise einige Gesundheitsämter ihre Meldungen noch faxen müssen, dann zeigt das ganz deutlich, dass wir Deutschland endlich fit für die Digitalisierung machen müssen. Die Politik verlangt von der Wirtschaft über Nacht Maßnahmen in der Pandemie - ist aber bei den Gesundheitsämtern innerhalb eines Jahres nicht in der Lage, einheitlich zu digitalisieren. Wir müssen den Neustart nach Corona deshalb dringend für einen Modernisierungsschub nutzen, sonst werden wir im internationalen Wettbewerb zurückfallen." 

 

Klare Impulse vor der Wahl

 

Der BDA-Präsident betonte zudem: "Der Staat muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass die Fabriken von morgen mit den Technologien von morgen und den Arbeitsplätzen von morgen hier im Land entstehen, bei uns. Bei den Themen Energie und Verkehr sind wir in den letzten Jahren ins Hintertreffen geraten, auch hier erwarte ich mir klare Impulse nach der Wahl. Es wird um einen ganzheitlichen Ansatz gehen, und mit Blick auf die Überregulierung sage ich: Wir brauchen eine Befreiungsoffensive." 

 

Menschen führen uns aus diesem Tal

 

Auf die Frage was, was ihm Hoffnung mache, dass die Wirtschaft gut durch diese Krise kommt, antwortete Dulger: "Mir geben das Funktionieren von sozialer Marktwirtschaft und Sozialpartnerschaft Zuversicht. Mit Blick auf die Krisenbewältigung betone ich: Es ist nicht der regulierende Staat, der uns letztlich den Weg aus dieser Krise weist. Sondern: Es sind die Menschen, die Unternehmen und ihre Mitarbeiter, die unser Land mit ihrem Mut, ihrem Fleiß und ihrem Willen zur Veränderungsbereitschaft aus diesem Tal führen werden. Denn wenn die Wirtschaft wieder läuft, dann ist das gut für den Arbeitsmarkt, für die Löhne, für die Sozialversicherungen und für jeden einzelnen von uns. Es ist doch so: Wirtschaft sind wir alle! Das kann man nicht auseinanderdividieren, das ist wie mit einem Puzzle - alle Teile ergeben zusammen ein Bild." pm, ots

 

English version

 

Employers' President Rainer Dulger criticises that the election campaign for the Bundestag elections is already blocking necessary measures in the Corona crisis. The BDA leader told the newspaper "Heilbronner Stimme" (Saturday) that he found it alarming "that the Bundestag election campaign is apparently already paralysing or even obstructing important decision-making processes.

 

He was concerned that Finance Minister Olaf Scholz was increasingly throwing a spanner in the works of Economics Minister Peter Altmaier, for example with the slow disbursement of state aid. Such a destructive form of profiling must end now, he said. With regard to aid for businesses, Dulger said: "When I look at the hotel industry, the catering industry, the event industry or, for example, body-related services in the skilled trades, I realise: we have now reached a point where many are at the end of their efforts." The 57-year-old added: "Much more should have been set in motion from the government side. We'll soon be in April, and when I hear that the November or December aid has still not been paid, or only partially, it exacerbates the situation of those affected immensely." 

 

New start after Corona

 

In an interview with the newspaper "Heilbronner Stimme", the president of the employers' association, Rainer Dulger, called for the new start after Corona to be used urgently for a modernisation drive; state overregulation must be countered by a liberation offensive. Dulger told the paper: "If, for example, some health offices still have to fax their reports, then this shows quite clearly that we must finally make Germany fit for digitalisation. Politicians are demanding that business take measures overnight in the pandemic - but are not in a position to digitise health offices uniformly within a year. We must therefore urgently use the new start after Corona for a modernisation push, otherwise we will fall behind in international competition." 

 

Clear impetus before the election

 

The BDA president also emphasised: "The state must set the framework conditions in such a way that the factories of tomorrow with the technologies of tomorrow and the jobs of tomorrow are created here in the country, with us. In recent years we have fallen behind in the areas of energy and transport, and here too I expect clear impetus after the election. It will be about a holistic approach, and with regard to overregulation I say: we need a liberation offensive." 

 

People lead us out of this valley

 

Asked what gives him hope that the economy will come through this crisis well, Dulger replied: "The functioning of the social market economy and social partnership give me confidence. With a view to overcoming the crisis, I emphasise that it is not the regulating state that will ultimately show us the way out of this crisis. It is: It is the people, the companies and their employees who will lead our country out of this valley with their courage, their diligence and their willingness to change. Because when the economy is up and running again, it is good for the labour market, for wages, for social security and for each and every one of us. After all, the economy is all of us! You can't divide that apart, it's like a jigsaw puzzle - all the pieces together make a picture." pm, ots, mei

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