Tag der Erde: Regierung unternimmt zu wenig gegen den Klimawandel

Gerade einmal 28 Prozent aller Bundesbürger sind davon überzeugt, dass Deutschlands Regierung konkrete Pläne für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Eindämmung des Klimawandels hat.

 

Mehr als jeder dritte Befragte (37%) äußert sich diesbezüglich eher skeptisch. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie des Markt- und Meinungsforschungsunternehmens Ipsos, die anlässlich des heutigen Tages der Erde ('Earth Day') durchgeführt wurde. Trotz oder gerade wegen der fehlenden Maßnahmen seitens der Politik sehen sich viele Menschen selbst in der Verantwortung. Sieben von zehn Deutschen (69%) stimmen der Aussage zu, dass man zukünftige Generationen im Stich lassen würde, wenn Menschen wie sie jetzt nicht gegen den Klimawandel kämpfen. Lediglich jeder zehnte Befragte (11%) sieht das nicht so. Besonders groß ist das Pflichtbewusstsein der Menschen in lateinamerikanischen Ländern wie Kolumbien (89%), Chile (88%) oder Peru (86%), vergleichsweise gering hingegen in Japan (59%) und Russland (46%).

 

Unternehmen lassen Kunden und Mitarbeiter im Stich

 

Fast zwei Drittel aller Deutschen (63%) sind außerdem der Ansicht, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter und Kunden im Stich lassen, wenn sie nicht gegen den Klimawandel vorgehen, nur 14 Prozent widersprechen dieser Auffassung. Eine Mehrheit der Bürger sieht darüber hinaus aber auch die Bundesregierung in der Pflicht: Immerhin 57 Prozent der Befragten vertreten die Meinung, dass ihre Regierung die Menschen in Deutschland im Stich lassen würde, wenn sie jetzt nichts zur Bekämpfung des Klimawandels unternimmt.

 

Konsumverzicht statt Umstellung der Essgewohnheiten

 

Danach gefragt, welche persönlichen Verhaltensänderungen man vollziehen würde, um selbst einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten, nennen die Deutschen am häufigsten den Verzicht auf Konsum. Eine knappe Mehrheit der Befragten (52%) hält es für wahrscheinlich, dass sie im kommenden Jahr versuchen werden, den Kauf neuer Produkte zu vermeiden, zum Beispiel durch die Reparatur defekter oder den Kauf gebrauchter Produkte. Jeweils etwa die Hälfte der Bevölkerung plant außerdem Verpackungsmüll zu reduzieren (50%), Energie im Haushalt einzusparen (47%) und möglichst sparsam mit Wasser umzugehen (43%).

 

Wenig Umstellung der Ernährungsgewohnheiten

 

Deutlich schwerer fällt es den Deutschen jedoch, als Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel ihre Ernährung umzustellen. Nicht einmal jeder Dritte (32%) beabsichtigt, 2021 weniger Milchprodukte zu verzehren oder durch Alternativen wie zum Beispiel Sojamilch zu ersetzen. Weniger als vier von zehn Befragten (39%) wollen zukünftig weniger Fleisch essen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im weltweiten Durchschnitt aller befragten Länder werden diese beiden Verhaltensänderungen zugunsten des Klimaschutzes am seltensten genannt. pm, ots

 

English version

 

Although most Germans consider climate protection an important task for the future, only very few believe that their government has a clear plan in the fight against global warming. Just 28% of all German citizens are convinced that Germany's government has concrete plans for cooperation between politics, business and civil society to curb climate change.

 

More than one in three respondents (37%) expressed scepticism in this regard. This is the result of an international study conducted by the market and opinion research company Ipsos on the occasion of today's Earth Day. Despite or perhaps because of the lack of action on the part of politicians, many people see themselves as being responsible. Seven out of ten Germans (69%) agree with the statement that future generations would be let down if people like them did not fight climate change now. Only one in ten respondents (11%) do not see it that way. People's sense of duty is particularly high in Latin American countries like Colombia (89%), Chile (88%) or Peru (86%), but comparatively low in Japan (59%) and Russia (46%).

 

Companies let customers and employees down

 

Almost two-thirds of all Germans (63%) also believe that companies are abandoning their employees and customers if they do not take action against climate change; only 14 percent disagree with this view. A majority of citizens, however, also see the German government as having a duty: as many as 57 percent of those surveyed are of the opinion that their government would be letting the people of Germany down if it did nothing to combat climate change now.

 

Cutting back on consumption instead of changing eating habits

 

When asked what personal behavioural changes they would make in order to contribute to the fight against climate change, Germans most often mention abstaining from consumption. A slight majority of the respondents (52%) consider it likely that they will try to avoid buying new products in the coming year, for example by repairing defective products or buying used ones. About half of the population each also plans to reduce packaging waste (50%), save energy in the household (47%) and use water as sparingly as possible (43%).

 

Little change in eating habits

 

However, Germans find it much more difficult to change their diet as a contribution to the fight against climate change. Not even one in three (32%) intend to eat less dairy products or replace them with alternatives such as soy milk in 2021. Less than four out of ten respondents (39%) want to eat less meat in the future. Not only in Germany, but also in the global average of all countries surveyed, these two behavioural changes in favour of climate protection are mentioned least often. pm, ots, mei 

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