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Patentschutz für Corona-Impfstoffe aufheben: EU und Merkel dagegen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ruft die deutsche Bundesregierung und die Europäische Kommission dazu auf, der Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe zuzustimmen.

 

„Wenn durch diese Maßnahme deutlich mehr Impfstoff hergestellt werden könnte, würde das vor allem den Gruppen zugutekommen, die jetzt benachteiligt sind“, erklärt Kamal Sido, GfbV-Referent für Minderheiten und Nationalitäten. „Nationale und ethnische Minderheiten, Binnenflüchtlinge und Menschen in Kriegs- und Krisengebieten haben sonst auf absehbare Zeit keine Chance, eine Impfung zu erhalten.“ Besonders Menschen in Flüchtlingslagern seien aufgrund der beengten Verhältnisse und schwierigen hygienischen Bedingungen weiterhin einem erhöhten Risiko ausgesetzt.

 

Warum in Nordsyrien nur 700 Impfdosen zur Verfügung stehen

 

„Für die über fünf Millionen Menschen in Nordsyrien hat die Weltgesundheitsorganisation jetzt weniger als 700 Impfdosen zur Verfügung gestellt“, kritisiert Sido. „In einem Gebiet, in dem die Menschen nach Jahren des Bürgerkrieges geschwächt sind, wird das den Verlauf der Pandemie kein bisschen bremsen.“ Die einzige Möglichkeit sei, so schnell wie möglich so viel Impfstoff wie möglich zu produzieren. „Viele Regierungen der Welt benachteiligen große Teile ihrer Bevölkerung systematisch. Gerade hier könnte und müsste die WHO aktiv werden und Impfstoffe verteilen“, fordert Sido. „Unter der muslimischen Bevölkerung in Indien und Myanmar, den christlichen Minderheiten des Nahen Ostens und auch den indigenen Völkern Lateinamerikas würde schon ein zeitweises Aussetzen des Patentschutzes auf Corona-Impfstoffe unzählige Leben retten.“

 

Mittlerweile haben die EU als auch die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, die Aufhebung des Patentschutzes abgelehnt.Von der EU wurden die USA aufgefordert, die Exportverbote für den Impfstoff und dessen Vorprodukte aufzugeben. pm, ots, mei

 

English version

 

The Society for Threatened Peoples (STP) calls on the German government and the European Commission to agree to the suspension of patent protection for Corona vaccines.

 

"If significantly more vaccine could be produced as a result of this measure, it would primarily benefit those groups that are now disadvantaged," explains Kamal Sido, STP's consultant for minorities and nationalities. "National and ethnic minorities, internally displaced persons and people in war and crisis zones would otherwise have no chance of receiving a vaccination for the foreseeable future." People in refugee camps in particular remain at increased risk due to cramped conditions and difficult sanitary conditions, he said.

 

Why only 700 vaccine doses are available in northern Syria

 

"For the more than five million people in northern Syria, the World Health Organisation has now provided less than 700 vaccine doses," Sido criticises. "In an area where people are weakened after years of civil war, this will not slow down the course of the pandemic one bit." The only option, he says, is to produce as much vaccine as possible as quickly as possible. "Many governments in the world systematically disadvantage large parts of their population. It is precisely here that the WHO could and should become active and distribute vaccines," Sido demands. "Among the Muslim populations in India and Myanmar, the Christian minorities of the Middle East and also the indigenous peoples of Latin America, even a temporary suspension of patent protection on Corona vaccines would save countless lives." pm, ots, mei

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