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Studie: Die meisten Deutschen wollen einen politischen Neuanfang

 „Wer schafft‘s ins Kanzleramt?“ Diese Frage diskutierten jetztmAnnalena Baerbock (Parteivorsitzende der Grünen) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) im dritten „#Polittalk aus der Hauptstadt“. 

 

Der Polittalk wird gemeinsam mit dem Inforadio des rbb und der Süddeutschen Zeitung veranstaltet. Die Debatte wird moderiert von Angela Ulrich (rbb) und Stefan Braun (Süddeutsche Zeitung). Mit dabei ist auch der Demokratieexperte der Bertelsmann Stiftung, Robert Vehrkamp, der aktuelle Trends aus dem Demokratiemonitor der Bertelsmann Stiftung vorstellt.

 

Menschen wünschen sich politischen Wechsel und Neuanfang

 

„Die meisten Menschen in Deutschland wünschen sich derzeit einen politischen Wechsel und Neuanfang“, fasst Vehrkamp die Ergebnisse zur Wechselstimmung knapp fünf Monate vor der Bundestagswahl zusammen. Mehr als sechs von zehn (61,5 Prozent) wünschen sich einen Wechsel der Bundesregierung, während nur etwa jede:r achte Befragte meint, das wäre nicht gut. Gleichzeitig wünschen sich mehr als zwei Drittel (67,2 Prozent) aller Menschen in vielen Bereichen eine andere Politik, während nur gut 14 Prozent eine Fortsetzung der jetzigen Regierungspolitik wünschen. „Für den Wunsch nach Wechsel ist das der höchste gemessene Wert seit der ersten Erhebung der Frage Anfang der 1990er Jahre. Die Wechselstimmung befindet sich damit auf einem Rekordniveau”, erläutert Vehrkamp die Ergebnisse.  

 

Diese Politik wird gewünscht

 

Nach konkreten Politikfeldern befragt, wünschen sich die meisten Menschen

(55,4 Prozent) eine neue Umwelt- und Klimaschutzpolitik, dicht gefolgt von der Flüchtlings- und Integrationspolitik (54,9 Prozent), Renten- (53,9 Prozent) und Bildungspolitik (52,4 Prozent). Auch der Wunsch nach einem Politikwechsel in der Bekämpfung der Corona-Pandemie bleibt auf hohem Niveau (52,1 Prozent). Deutlich weniger wichtig erscheint den Menschen ein Politikwechsel in der Finanzpolitik

(37,3 Prozent), bei der inneren Sicherheit (35,4 Prozent) und in der Europapolitik

(25,3 Prozent).  

 

Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland 

 

Zum Teil deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen West- und Ostdeutschland: Während sich in Westdeutschland (57,0 Prozent) der Wunsch nach einer neuen Klimaschutzpolitik noch einmal etwas stärker ausgeprägt zeigt als im Durchschnitt aller Deutschen (55,4 Prozent), liegt der Wert in Ostdeutschland mit 47,9 Prozent spürbar niedriger. Demgegenüber wünschen sich in den ostdeutschen Bundesländern fast zwei Drittel aller Menschen vor allem eine neue Flüchtlings- und Integrationspolitik

(65,9 Prozent) und eine neue Corona-Politik (64,7 Prozent). Gleichzeitig zeigt sich in Ostdeutschland aber auch der Wunsch nach einer neuen Bildungspolitik (63,6 Prozent) als deutlich stärker ausgeprägt als in Westdeutschland (49,9 Prozent). 

 

Zeichen stehen auf Wechsel

 

„Wer im anstehenden Wahlkampf die Menschen mit seinen Ideen und Programmen überzeugen will, muss sie überzeugen, für einen echten Politikwechsel zu stehen”, fasst Vehrkamp die Ergebnisse zusammen. „Die Zeichen stehen auf Wechsel, und zwar nicht nur auf einen Wechsel in der Regierung, sondern vor allem auf einen echten Politikwechsel.” pm, Quelle: Bertelsmann Stiftung

 

English version

 

 "Who will make it into the German Chancellor's Office? This question was discussed by Annalena Baerbock (leader of the Green Party) and Federal Finance Minister Olaf Scholz (SPD) in the third "#Polittalk aus der Hauptstadt". 

 

The Polittalk is organised jointly with Inforadio des rbb and the Süddeutsche Zeitung. The debate will be moderated by Angela Ulrich (rbb) and Stefan Braun (Süddeutsche Zeitung). Also taking part will be the Bertelsmann Foundation's democracy expert, Robert Vehrkamp, who will present current trends from the Bertelsmann Foundation's Democracy Monitor.

 

People want political change and a fresh start

 

"Most people in Germany currently want a political change and a fresh start," Vehrkamp summarises the results on the mood for change just five months before the Bundestag elections. More than six out of ten (61.5 percent) would like to see a change in the federal government, while only about one in eight respondents think that would not be a good thing. At the same time, more than two-thirds (67.2 per cent) of all people would like to see a different policy in many areas, while only just over 14 per cent would like to see the current government policy continue. "For the desire for change, this is the highest measured value since the question was first surveyed in the early 1990s. The mood for change is thus at a record level," Vehrkamp explains the results.  

 

This policy is desired

 

Asked about specific policy areas, most people (55.4 per cent) would like to see

(55.4 per cent) want a new environmental and climate protection policy, closely followed by refugee and integration policy (54.9 per cent), pension policy (53.9 per cent) and education policy (52.4 per cent). The desire for a policy change in the fight against the Corona pandemic also remains at a high level (52.1 percent). People are much less interested in a change of policy in financial policy (37.3 per cent).

(37.3 per cent), domestic security (35.4 per cent) and European policy (25.3 per cent).

(25.3 per cent).  

 

Differences between West and East Germany 

 

While the desire for a new climate protection policy is somewhat more pronounced in western Germany (57.0 percent) than in the average of all Germans (55.4 percent), the figure in eastern Germany is noticeably lower at 47.9 percent. In contrast, almost two-thirds of all people in the eastern states would like to see a new refugee and integration policy (65.9 per cent) and a new climate protection policy (65.9 per cent).

(65.9 per cent) and a new Corona policy (64.7 per cent). At the same time, however, the desire for a new education policy (63.6 percent) is clearly more pronounced in eastern Germany than in western Germany (49.9 percent). 

 

Signs point to change

 

"If you want to convince people with your ideas and programmes in the upcoming election campaign, you have to convince them to stand for a real change in politics," Vehrkamp summarises the results. "The signs are pointing to change, and not just change in government, but above all real policy change."

pm, mei, Source: Bertelsmann Stiftung

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