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Erzwungene Ryanair-Landung in Minsk: "Akt staatlicher Luftpiraterie"

Der außenpolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, Gregor Gysi, hat die erzwungene Umleitung des Ryanair-Fluges Athen-Vilnius nach Minsk und die anschließende Festnahme des belarussischen Oppositions-aktivisten Roman Protasewitsch als einen "Akt staatlicher Luftpiraterie" verurteilt.

 

Gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erinnerte Gysi zugleich an umstrittene Aktionen der USA und Russlands. Nach seinen Worten kann es deshalb nur eine Antwort geben: "Die internationale Staatengemeinschaft muss kollektiv aus dem Kreislauf der mal geduldeten und mal angeklagten Völkerrechtsbrüche ausbrechen. Der Weg dorthin kann nur politischer Dialog sein - auch mit Minsk und vor allem mit Moskau."

 

Morales-Flugzeug zur Landung in Wien gezwungen

 

Der Linken-Politiker betonte, in der Geschichte habe letztlich keine Repression einem Machthaber dabei geholfen, dauerhaft die Überwindung seiner Macht zu verhindern. Das müsse auch Alexander Lukaschenko in Belarus begreifen. Gysi erinnerte zudem daran, "wie die USA das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Evo Morales 2013 zur Landung in Wien zwangen, weil Washington fälschlicherweise hoffte, dort den Whistleblower Edward Snowden zu finden und festnehmen zu lassen.

 

Keine moralische Instanz die Völkerrecht verteidigt

 

Auch dadurch verkam der Völkerrechtsbruch scheinbar zu einer Bagatelle." So gebe es keine moralische Instanz mehr, die das Völkerrecht wirksam verteidigen könne. "Wer gestern selbst das Völkerrecht gebrochen hat, kann heute nicht glaubhaft einen anderen anklagen, der ebenfalls das Völkerrecht bricht. Dasselbe gilt für das Kosovo und die Krim." pm, ots

 

English version

 

The foreign policy spokesperson of the Left Party parliamentary group in the Bundestag, Gregor Gysi, has condemned the forced rerouting of the Ryanair flight Athens-Vilnius to Minsk and the subsequent arrest of the Belarusian opposition activist Roman Protasevich as an "act of state air piracy".

 

In an interview with the "Neue Osnabrücker Zeitung", Gysi also recalled controversial actions by the USA and Russia. According to him, there can therefore only be one answer: "The international community of states must collectively break out of the cycle of sometimes tolerated and sometimes accused breaches of international law. The way there can only be political dialogue - also with Minsk and above all with Moscow."

 

Morales plane forced to land in Vienna

 

The left-wing politician stressed that in the end, no repression in history has helped a ruler to permanently overcome his power. Alexander Lukashenko in Belarus must also understand this. Gysi also recalled "how the USA forced the plane of Bolivian President Evo Morales to land in Vienna in 2013 because Washington mistakenly hoped to find whistleblower Edward Snowden there and have him arrested.

 

No moral authority to defend international law

 

This also made the breach of international law seem like a trivial matter". There is no longer a moral authority that can effectively defend international law. "Anyone who broke international law yesterday cannot credibly accuse someone else of breaking international law today. The same applies to Kosovo and Crimea." pm, ots, mei

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