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Namibia: Hetero-Aktivist kritisiert Versöhnungsabkommen der Bundesregierung

Der Herero-Aktivist Israel Kaunatjike hat der Bundesregierung vorgeworfen, bei den Verhandlungen über ein Versöhnungsabkommen mit Namibia "im neokolonialen Stil" den Herero und Nama vorzuschreiben, was sie zu tun haben.

 

Er forderte Außenminister Maas und Bundespräsident Steinmeier auf, ihre Reisepläne nach Namibia zur Besiegelung des Abkommens zu überdenken. "Die sollten sich ein Beispiel an Willy Brandt nehmen. Der ging nicht zuerst ins Warschauer Parlament, der machte zuerst den Kniefall am Mahnmal des Warschauer Gettos. Steinmeier und Maas sollten erst mal nach Waterberg gehen und sich entschuldigen. Das wäre ein Anfang", sagte der Anti-Apartheid-Kämpfer der Zeitung "nd.DieWoche". 

 

Versöhnungsabkommen wird am 8. Juni vorgestellt

 

Am 8. Juni stellt die namibische Premierministerin Saara Kuugongelwa-Amadhila das sogenannte Versöhnungsabkommen im Parlament vor. Deren Partei, die Swapo, bestehe "mehrheitlich aus Ovambo und kann nicht über die Herero und Nama befinden", so Kaunatjike. Mit dem Abkommen soll laut dem deutschen Außenminister Maas ein gemeinsamer Umgang mit dem deutschen Völkermord an den Herero und Nama zwischen 1904 und 1908 vereinbart werden. Im damaligen Deutsch-Südwestafrika wurden 65.000 der 80.000 Herero und 10.000 der 20.000 Nama von deutschen Kolonialtruppen ermordet.Der seit 1970 in Berlin lebende Kaunatijke, der beim Bündnis "Völkermord verjährt nicht! Berlin Postkolonial" aktiv ist, fordert neue Verhandlungen, bei denen die legitimen Vertreter der Herero und Nama mit am Tisch sitzen. Diese seien "keine Befehls-empfänger von Deutschland". Das derzeitige Abkommen sei zum Scheitern verurteilt: "Man muss noch mal von vorn anfangen." pm, ots

 

English version

 

Herero activist Israel Kaunatjike has accused the German government of telling the Herero and Nama what to do in the negotiations on a reconciliation agreement with Namibia "in neo-colonial style".

 

He called on Foreign Minister Maas and German President Steinmeier to reconsider their travel plans to Namibia to seal the agreement. "They should take Willy Brandt as an example. He didn't go to the Warsaw Parliament first, he first knelt at the Warsaw Ghetto memorial. Steinmeier and Maas should first go to Waterberg and apologise. That would be a start," the anti-apartheid campaigner told the newspaper "nd.DieWoche". 

 

Reconciliation agreement to be presented on 8 June

 

On 8 June, Namibian Prime Minister Saara Kuugongelwa-Amadhila will present the so-called reconciliation agreement in parliament. According to Kaunatjike, her party, Swapo, "consists of a majority of Ovambo and cannot make decisions about the Herero and Nama". According to German Foreign Minister Maas, the agreement is intended to agree on a common approach to the German genocide of the Herero and Nama between 1904 and 1908. In what was then German Southwest Africa, 65,000 of the 80,000 Herero and 10,000 of the 20,000 Nama were murdered by German colonial troops.Kaunatijke, who has lived in Berlin since 1970 and is active in the alliance "Völkermord verjährt nicht! Berlin Postcolonial", demands new negotiations in which the legitimate representatives of the Herero and Nama sit at the table. They are "not recipients of orders from Germany". The current agreement is doomed to failure: "We have to start all over again.

pm, ots, mei

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