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Die Linke ist eine Großbaustelle - Keine unverzichtbare soziale Kraft mehr

Holpriger hätte der Start der neuen Linke-Parteiführung kaum ausfallen können. Erst musste die Wachablösung zweimal wegen Corona verschoben werden, dann verfehlte die Linke in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg erneut den Einzug in den Landtag. Und gestern folgte das Wahldesaster in Sachsen-Anhalt.

 

Das wäre vielleicht noch verschmerzbar, wenn sich nicht die Gesamtpartei in einer schwierigen Lage befinden würde. Die Prognosen für die Bundestagswahl, nach der laut Parteiführung die Linke ja mitregieren möchte, sind alles andere als rosig. Die Partei bewegt sich machtpolitisch schon seit langer Zeit - auch schon vor der Corona-Krise - am unteren Rand der von ihr selbst umrissenen Möglichkeiten, sodass eine Wende in den wenigen Wochen bis zur Wahl schwer vorstellbar ist.

 

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Im Saarland eskaliert die Lage

 

Und nun eskaliert auch noch die Lage bei den Genossen im Saarland. Ein kleiner Landesverband mit großer Symbolkraft. Ein Leuchtturm im Westen, die Heimat eines der Linke-Gründerväter. Zuvor hatte mit Sahra Wagenknecht eine weitere Linke-Politikerin mit medialer Strahlkraft eine Streitschrift vorgelegt, die als Abrechnung mit der bisherigen Parteiführung gelesen werden kann. Der Kern all dieser Auseinandersetzungen und Probleme ist letztlich die umkämpfte Frage nach dem Wohin einer Partei, die sich derzeit nicht als die unverzichtbare soziale Kraft profilieren kann, als die sie gerne gesehen werden möchte.

 

Keine Besserung in Sicht

 

Mitten in dieses Konfliktfeld hinein wurde die neue Parteiführung gewählt; seit dem Amtsantritt vor mehr als 100 Tagen und einer kurzen Anfangseuphorie ist vorerst keine Besserung in Sicht. Die Linke macht den Eindruck einer großen Baustelle.

pm, ots, Quelle: nd/dertag

 

English version

 

The start of the new Left Party leadership could hardly have been more bumpy. First, the changing of the guard had to be postponed twice because of Corona, then the Left again failed to enter the state parliament in Rhineland-Palatinate and Baden-Württemberg. And yesterday came the election disaster in Saxony-Anhalt.

 

This might still be bearable if the party as a whole were not in a difficult situation. The forecasts for the federal elections, after which the party leadership wants the Left to join the government, are anything but rosy. In terms of power politics, the party has been moving for a long time - even before the Corona crisis - at the lower edge of the possibilities it has outlined for itself, so that a turnaround in the few weeks until the election is difficult to imagine.

 

Situation escalates in Saarland

 

And now the situation is escalating among the comrades in Saarland. A small regional association with great symbolic power. A beacon in the West, the home of one of the founding fathers of the Left. Earlier, Sahra Wagenknecht, another left-wing politician with media appeal, had presented a polemic that can be read as a reckoning with the previous party leadership. At the heart of all these disputes and problems is ultimately the embattled question of the direction of a party that is currently unable to distinguish itself as the indispensable social force it would like to be seen as.

 

No improvement in sight

 

The new party leadership was elected in the midst of this conflict; since taking office more than 100 days ago and after a brief initial euphoria, there is no improvement in sight for the time being. The Left Party gives the impression of a large construction site.

pm, ots, Source: nd/dertag

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