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Sachsen-Anhalt nach der Wahl: Das sagen CDU, AfD und FDP

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Silvia Breher sieht den Sieg von Ministerpräsident Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt auch in dessen klarer Abgrenzung zur AfD begründet.

 

"Das ist ein klares Signal, für Positionen zu stehen und klar in der eigenen Meinung zu sein, sodass diese Diskussionen gar nicht mehr aufkommen müssen", sagte Breher im phoenix-Interview. Nun gehe die Union mit Rückenwind in den Bundestagswahlkampf. Endgültig beenden könne man jetzt auch alle Debatten, ob der CDU-Vorsitzende Armin Laschet der richtige Kanzlerkandidat sei.

 

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Die CDU hat das Ohr am Puls der Zeit

 

"Diese Entscheidung steht und jetzt geht es weiter mit Vollgas nach vorne", so Breher. Dass man ohne einen Amtsbonus die Bundestagswahl bestreiten müsse, sei auch für ihre Partei eine neue Situation, "und deshalb ist es für uns umso wichtiger, dass wir gezeigt haben, wir können kämpfen, die CDU ist da, hat das Ohr am Puls der Zeit und ist bei den Sorgen der Menschen", meinte die stellvertretende CDU-Vorsitzende.

 

AfD macht CDU ein Bündnisangebot 

 

Unterdessen hat der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla der CDU in Sachsen-Anhalt erneut ein Bündnis mit seiner Partei angeboten. Im Inforadio vom rbb sagte Chrupalla:

"Wir bieten Gespräche an - aber es ist natürlich immer die Aufgabe der größten Partei, die gewonnen hat, Gespräche natürlich auch anzubieten oder umgekehrt. Wir stehen bereit. Zum Wohle der Sachsen-Anhaltiner machen wir immer Politik, zum Wohle der Bevölkerung. Und, ich meine, es ist ja insgesamt trotzdem ein starkes Wählervotum. Wir sehen, dass es in Sachsen-Anhalt nur noch zwei Volksparteien gibt, das ist die CDU und die AfD."

 

Einem Viertel der Wähler das richtige Angebot gemacht

 

Die auch parteiinterne Kritik, die AfD sei zu radikal, wies Chrupalla zurück:

"Wenn uns 21 Prozent der Wähler wählen, dann spräche ich nicht davon, dass wir zu radikal sind. Dann haben wir doch fast einem Viertel der Wähler das richtige Angebot gemacht. Und wenn wir uns jetzt mal die Wahlanalyse - die ersten Zahlen kommen ja schon rein - anschauen, haben wir auch sehr viel Positives erreicht. Zum Beispiel bei den Unter-30-Jährigen sind wir Wahlsieger. Also, wir haben sehr wohl die junge Generation angesprochen. Das, denke ich, wird auch unseren Ostbeauftragten Herrn Wanderwitz interessieren."

 

Bei diesen Themen hat die AfD gepunktet

 

Die AfD habe bei der Wahl mit sozialen Themen, Sicherheitsthemen, und auch mit wirtschaftspolitischen Themen gepunktet, so Chrupalla weiter: "Das stimmt mich optimistisch - und alles andere werden wir jetzt analysieren und uns natürlich auch versuchen in diesen Punkten zu verbessern, wo wir schlechter waren."

 

FDP hat Chance für Regierungsbeteiligung

 

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sieht durch das gute Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und die Rückkehr in den Landtag den eingeschlagenen Kurs seiner Partei bestätigt. Im phoenix-Interview sagte Lindner: "Wir haben ein ordentliches Ergebnis erzielt. Wir haben eine Chance auch für eine Regierungs-Option, und deshalb sind das gute Botschaften heute Abend. Es hat sich auch der Kurs, den wir als FDP insgesamt in ganz Deutschland fahren, bestätigt: Orientierung auf bürgerliche Freiheitsrechte, unsere wirtschaftliche Kompetenz stellen wir nach vorne, machen Vorschläge zur Verbesserung bei Digitalisierung und Bildung, das kommt bei den Menschen in Ost und West offensichtlich an." Man warte nun darauf, ob Ministerpräsident Haseloff eine Regierung auch unter Beteiligung der FDP sondieren wolle. Die FDP sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. pm, ots

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