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Haben Krankenhäuser falsche Zahlen zu Intensivbetten gemeldet?

Die FDP im Bundestag hat alarmiert auf den Rechnungshofbericht zu möglichen Falschangaben von Krankenhäusern zu ihren Intensivkapazitäten reagiert.

 

"Dass die Eindämmungsmaßnahmen der Bundesregierung auf möglicherweise manipulierten Zahlen basierten, ist höchst bedenklich", sagte FDP-Chefhaushälter Otto Fricke im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Die notwendige Aufklärung kann nur die gemeinsame Vereinbarung aller Fraktionen mit der Bundesregierung zur Einsetzung eines allseits anerkannten Sonderermittlers leisten." Es müsse Klarheit darüber hergestellt werden, "auf welchen Fakten und Daten die zunehmend unverhältnismäßigen Einschränkungen der Freiheitsrechte beruhen."

 

Auslöser: Bericht des Bundesrechnungshofs

 

Fricke reagierte auf einen Rechnungshofbericht an den Haushaltsausschuss, in dem unter Berufung auf das RKI die Vermutung geäußert wird, "dass Krankenhäuser zum Teil weniger intensivmedizinische Behandlungsplätze meldeten, als tatsächlich vorhanden waren", um an Corona-Hilfen vom Bund zu kommen.

 

Unterstützung von Kliniken grundsätzlich richtig

 

Die Unterstützung der Kliniken in der Corona-Krise sei zwar grundsätzlich richtig, sagte Fricke der "NOZ". Aber Spahn habe nicht für die notwendige Kontrolle gesorgt. "Selbst nach Verdachtsmeldungen über einen möglichen Betrug suchte der Gesundheitsminister nicht die Öffentlichkeit, sondern hoffte auf eine Kontrolle durch die Länder. Frühzeitige Transparenz darüber hätte hier vieles vermieden", sagte der FDP-Mann. Auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) "erfüllt seine Rolle als Haushalts- und Finanzminister in diesem Fall wieder einmal nicht", sagte Fricke. "Es zeigt sich ein eklatanter Verstoß gegen die Grundsätze der Haushaltsklarheit und -wahrheit."

 

Zeichen von Spahns Unfähigkeit

 

Kritik kommt auch von der AfD: "Es ist ein Zeichen der Unfähigkeit von Herrn Spahn, dass nicht eindeutig geklärt werden kann, ob die zusätzlichen 13.700 Intensivbetten verfügbar sind oder nicht", sagte deren Obfrau im Rechnungsprüfungsausschuss, Ulrike Schielke-Ziesing, der NOZ: "Der erneute Lockdown mit all seinen gravierenden Folgen wurde mit den knapp werdenden Intensivbetten begründet. Im Rechnungsprüfungsausschuss sollten wir daher genauestens prüfen, ob das Versagen des Gesundheitsministers dazu führte, dass unzählige Unternehmer und Angestellte an den Rand ihrer finanziellen Existenz getrieben wurden."

 

Bedienen Vorwürfe "Aluhut"-Theorien?

 

Unterdessen hat der Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, Jochen Brink, die Anschuldigungen, Kliniken hätten die Zahl der freien Intensivbetten während der Corona-Pandemie falsch angegeben, als "Verschwörungsszenarien" bezeichnet. "Die jetzt erhobenen Vorwürfe bedienen die bekannten Aluhut-Theorien von einer angeblich absichtlich überzogenen Corona-Dramatik, die allerdings der Realität nicht einmal ansatzweise gerecht werden", sagte Brink dem "Kölner Stadt-Anzeiger". 

 

Keine Erfahrung mit der Pandemie

 

Sachliche Manöverkritik sei immer gerechtfertigt, aber "Verschwörungsszenarien" würden nicht weiterhelfen. "Mit dem Wissen von heute die vor einem Jahr getroffenen Entscheidungen zu bewerten, lässt außer Acht, dass damals jede Erfahrung mit einer solchen Pandemie fehlte", erklärte Brink. pm, ots

 

English version

 

The FDP in the Bundestag has reacted with alarm to the Court of Auditors' report on possible misrepresentations by hospitals about their intensive care capacities.

 

"The fact that the federal government's containment measures were based on possibly manipulated figures is highly questionable," said Otto Fricke, the FDP's head of the budget, in an interview with the "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "The necessary clarification can only be provided by the joint agreement of all parliamentary groups with the federal government to appoint a universally recognised special investigator." He said clarity must be established "on which facts and data the increasingly disproportionate restrictions on civil liberties are based."

 

Trigger: Report of the Federal Court of Auditors

 

Fricke was reacting to a report by the Court of Auditors to the Budget Committee, in which, referring to the RKI, the assumption was made "that hospitals in some cases reported fewer intensive medical treatment places than were actually available" in order to obtain Corona aid from the federal government.

 

Support for hospitals fundamentally correct

 

The support of the hospitals in the Corona crisis was basically correct, Fricke told the "NOZ". But Spahn had not ensured the necessary control. "Even after suspicious reports about possible fraud, the health minister did not seek publicity, but hoped for control by the Länder. Early transparency about this would have avoided a lot here," said the FDP man. Finance Minister Olaf Scholz (SPD) "is also once again not fulfilling his role as budget and finance minister in this case," Fricke said. "It shows a blatant violation of the principles of budget clarity and truth."

 

Sign of Spahn's incompetence

 

Criticism also comes from the AfD: "It is a sign of Mr Spahn's incompetence that it cannot be clearly clarified whether the additional 13,700 intensive care beds are available or not," their chairwoman in the audit committee, Ulrike Schielke-Ziesing, told the NOZ: "The renewed lockdown with all its serious consequences was justified with the intensive care beds becoming scarce. In the audit committee, we should therefore closely examine whether the failure of the health minister led to countless entrepreneurs and employees being driven to the brink of their financial existence."

 

Do allegations serve "aluhut" theories?

 

Meanwhile, the president of the North Rhine-Westphalia Hospital Association, Jochen Brink, has described the accusations that hospitals misreported the number of vacant intensive care beds during the Corona pandemic as "conspiracy scenarios". "The accusations now being made serve the well-known aluhut theories of an allegedly deliberately exaggerated Corona drama, which, however, do not even begin to do justice to reality," Brink told the "Kölner Stadt-Anzeiger".

 

No experience with the pandemic

 

Factual manoeuvre criticism is always justified, he said, but "conspiracy scenarios" will not help. "Using today's knowledge to evaluate the decisions made a year ago ignores the fact that at that time there was no experience with such a pandemic," Brink explained. pm, ots, mei

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