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EM 2020: Aus Eriksen-Drama können Leistungssportler Kraft schöpfen

Psychologe Marlovits plädiert für künftige Sonderkommission bei Unfällen im Stadion und sagt zur Aufarbeitung des Eriksen-Dramas: "Wenn man es tut, dann kann man daraus eine enorme Kraft schöpfen."

 

Der Zusammenbruch des Dänen Christian Eriksen war vor dem Spiel Dänemarks gegen Belgien als Thema wieder gegenwärtig. Der Psychologe Andreas Marlovits hat die Situation für die dänische Mannschaft bei MagentaTV eingeordnet. "Das Schwierige an der Situation ist, dass es unmittelbar an der Spielstätte passiert ist. Und nicht etwa ein Auto-Unfall war." Marlovits, der unter anderem auch für Hannover, Bremen und Wolfsburg tätig war, sagte vor dem Anpfiff zur Fortführung der Partie gegen Finnland: "An der Stelle hat man einen Wettbewerbsnachteil."

 

Es muss eine Sonderkondition geben

 

Marlovits forderte: "Es müsste eigentlich sowas, wie eine Sonderkommission für solche Fälle geben, die, wenn sowas passiert, dann entscheidet, wie es weiter geht." Der Psychologe zur Aufarbeitung solcher Erlebnisse: "Wenn man das nicht tut, dann ist das ein großes Problem. Wenn man es aber tut, dann kann man daraus eine enorme Kraft schöpfen." Fredi Bobic erklärt rückblickend: "Ich verstehe nicht, warum man da nicht den Kopf einschaltet. Auch bei der Uefa.".

 

"Das war nicht verantwortungsvoll"

 

Marlovits, ob es verantwortungsvoll war, die dänischen Spieler in den Entscheidungsprozess über die Fortsetzung der Partie gegen Finnland mit einzubeziehen: "Das war nicht verantwortungsvoll. Das muss von jemanden entschieden werden, der mit der Situation nicht verbunden ist. Es müsste eigentlich sowas, wie eine Sonderkommission für solche Fälle geben, die, wenn sowas passiert, dann entscheidet, wie es weiter geht... Wenn man die Spieler immer fragt, dann sagen die, sie wollen weiterspielen. Das hat bestimmte psychologische Hintergründe.

 

Die Spieler "vertrauen immer auf ihren Körper"

 

Was in diesem Moment in einem Menschen und einem Leistungssportler passiert, wenn ein Kollege zusammenbricht: "Die sind es von Klein auf gewohnt, zu funktionieren. Jedes Spiel vertrauen die mit totalem Selbstbewusstsein auf ihren Körper. Das nicht mehr funktionieren, die Schwäche, das ist in diesem ganzen Programm Leistungssport nicht vorgesehen. Plötzlich ist es nicht mehr Lebendigkeit, sondern Tod. Und das sitzt wie ein Schock in einem. Sich mit diesen Bildern auseinanderzusetzen, das ist eminent notwendig. Wenn man das nicht tut, dann ist das ein großes Problem. Wenn man es aber tut, dann kann man daraus eine enorme Kraft schöpfen." pm, ots, Quelle: Magenta TV

 

English version

 

Psychologist Marlovits pleads for future special commission for accidents in the stadium and says about coming to terms with the Eriksen drama: "If you do it, you can draw enormous strength from it."

 

The collapse of the Dane Christian Eriksen was present again as a topic before Denmark's match against Belgium. Psychologist Andreas Marlovits put the situation in perspective for the Danish team on MagentaTV. "The difficult thing about the situation is that it happened directly at the match venue. And was not a car accident." Marlovits, who has also worked for Hannover, Bremen and Wolfsburg among others, said before kick-off to continue the game against Finland: "At that point you have a competitive disadvantage."

 

There must be a special condition

 

Marlovits demanded: "There should actually be something like a special commission for such cases, which, when something like that happens, then decides how to proceed." The psychologist on coming to terms with such experiences: "If you don't do that, it's a big problem. But if you do, then you can draw enormous strength from it." Looking back, Fredi Bobic explains: "I don't understand why people don't switch on their heads. Also at Uefa."

 

"It was not responsible"

 

Marlovits on whether it was responsible to involve the Danish players in the decision-making process on whether to continue against Finland: "That was not responsible. That has to be decided by someone who is not connected to the situation. There should actually be something like a special commission for such cases, which, when something like this happens, then decides how to proceed ... If you always ask the players, they say they want to continue playing. There are certain psychological reasons for this.

 

The players always "trust their bodies"

 

What happens in a person and a competitive athlete at that moment when a colleague collapses: "They are used to functioning from an early age. Every game they trust in their body with total self-confidence. Not being able to function, weakness, that is not part of the whole programme of competitive sport. Suddenly it is no longer vitality, but death. And that sits in you like a shock. It is eminently necessary to come to terms with these images. If you don't do that, it's a big problem. But if you do, then you can draw enormous strength from it." pm, ots, mei, Source: Magenta TV

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