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Kolumbien im Krieg gegen die eigene Bevölkerung

In Kolumbien sind für den Unabhängigkeitstag am 20. Juli neue Massenproteste geplant. "Die Menschen sind hoch mobilisiert durch das, was sie die vergangenen Monate an Gewalt durchlebt haben", sagte die linke Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel gegenüber nd.Der Tag.

 

Seit dem Generalstreik am 28. April würden Orte des Widerstands und des Protests als Treffpunkte aufrechterhalten, dort kämen Menschen vor allem aus den armen Stadtteilen zusammen, schilderte die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag die Eindrücke ihrer Kolumbienreise vom 5. bis 9. Juli. "Die Mission hatte vor allem den Auftrag, Berichte von Augenzeugen und Opfern staatlicher und paramilitärischer Gewalt zu dokumentieren, um diese sowohl der nationalen als auch internationalen Öffentlichkeit, Menschenrechtsinstitutionen und internationalen Gerichten zur Verfügung zu stellen." Der Mission gehörten Beobachter*innen aus zwölf Ländern Europas und Lateinamerikas sowie aus den USA an.

 

Es haben sich Muster abgezeichnet

 

In vielen Berichten der Augenzeugen hätte sich ein Muster abgezeichnet, sie sprachen von einer engen Zusammenarbeit von Polizei, Militärpolizei, Militär, Paramilitärs, Unternehmern, um die Proteste niederzuschlagen. "Dabei wurde systematisch auf die Protestierenden an vielen Orten der Stadt scharf geschossen, es wurde gezielt getötet, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Man muss hier wirklich von Krieg gegen die Bevölkerung sprechen", lautet die Einschätzung von Hänsel.

 

Permanente Bedrohung und Verfolgung

 

Für die für 2022 anstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen ist sie skeptisch: "Wenn die Einschüchterungen und die permanente Bedrohung und Verfolgung gegen alles, was progressiv oder links ist, so weitergeht, sind freie und faire Wahlen nicht vorstellbar." Hänsel fordert deswegen im Einvernehmen mit Menschenrechts-organisationen, dass die EU frühzeitig eine umfassende Wahlbeobachtungsmission einrichtet, "die mehrere Monate vorab im Land ist und auch das gesamte elektronische Wahlsystem überprüft." pm, ots

 

English version

 

New mass protests are planned in Colombia for Independence Day on 20 July. "The people are highly mobilised by what they have gone through in terms of violence over the past months," Heike Hänsel, a left-wing member of the Bundestag, told nd.Der Tag.

 

Since the general strike on 28 April, places of resistance and protest have been maintained as meeting points, and people, especially from poor neighbourhoods, have been gathering there, said the deputy chairperson of the Left parliamentary group in the Bundestag, describing her impressions of her trip to Colombia from 5 to 9 July. "The mission's main task was to document reports from eyewitnesses and victims of state and paramilitary violence in order to make them available to the national and international public, human rights institutions and international courts. The mission included observers from twelve countries in Europe and Latin America, as well as from the USA.

 

Patterns have emerged

 

A pattern had emerged in many of the eyewitness accounts, they spoke of close cooperation between police, military police, military, paramilitaries, businessmen to put down the protests. "In the process, protesters were systematically shot at in many places in the city, targeted killings were carried out to spread fear and terror. One really has to speak of war against the population here," is Hänsel's assessment.

 

Permanent threat and persecution

 

She is sceptical about the upcoming parliamentary and presidential elections in 2022: "If the intimidation and the permanent threat and persecution against everything progressive or left-wing continues like this, free and fair elections are not conceivable." Hänsel therefore calls, in agreement with human rights organisations, for the EU to set up a comprehensive election observation mission at an early stage, "which would be in the country for several months in advance and also check the entire electronic election system." pm, ots, mei

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