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Corona-Hilfen: Firmen haben kein Interesse an staatlicher Unterstützung

Nur wenige Unternehmen nutzen in der Corona-Pandemie staatliche Hilfen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) - obwohl zuerst viele Firmen Interesse bekundeten.

 

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine FDP-Anfrage hervor. Wie das Wirtschaftsmagazin Capital in seiner neuen Ausgabe berichtet, interessierten sich demnach 122 Unternehmen für eine Unterstützung aus dem WSF, aber nur 43 davon stellten schließlich einen Antrag. Insgesamt 21 wurden bewilligt. Im Juni befanden sich noch neun Anträge in der Prüfung, 13 waren von den Firmen nicht weiterverfolgt worden.

 

Speziell für große Unternehmen eingerichtet

 

Der WSF ist von der Bundesregierung speziell für große Unternehmen eingerichtet und mit 600 Mrd. Euro ausgestattet worden. Eine Unterstützung ist sowohl durch staatliche Garantien für Kredite als auch durch eine direkte Kapitalspritze möglich. Als prominentester Konzern nutzte die Lufthansa den WSF. Nur wenige andere folgten, zum Beispiel der Reisekonzern TUI.

 

Unternehmen sind abgeschreckt

 

"Die große Diskrepanz zwischen Interessierten und Antragsstellern zeigt, dass der Einstieg des Staats über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds viele Unternehmen abschreckt", kritisiert Reinhard Houben, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Ein wirksamer Mechanismus zum Schutz von Großunternehmen sei notwendig, dieser dürfe jedoch nicht die unternehmerische Freiheit untergraben. "Der Hilfsfonds darf nicht zu einem Instrument von Peter Altmaiers übergriffiger Beteiligungspolitik werden", sagt Houben.

 

Kein Problem mit geringen Zuspruch

 

Im Wirtschaftsministerium sieht man hingegen kein Problem in dem geringen Zuspruch. Viele der nicht weiterverfolgten Interessensbekundungen stammten aus der Anfangszeit des WSF. Er fungiere als "letzter Rettungsanker", antwortet das Ministerium auf die FDP-Anfrage. "Der WSF kommt nur dann zum Einsatz, wenn keine alternativen Finanzierungsmöglichkeiten bestehen und kein anderes Hilfsprogramm greift." pm, ots

 

English version

 

Only a few companies are using state aid from the Economic Stabilisation Fund (WSF) in the Corona pandemic - although many companies initially expressed interest.

 

This is the result of a response by the federal government to an FDP question. As the business magazine Capital reports in its new issue, 122 companies were interested in support from the WSF, but only 43 of them finally submitted an application. A total of 21 were approved. In June, nine applications were still being examined, 13 had not been pursued by the companies.

 

Set up specifically for large companies

 

The WSF has been set up by the federal government specifically for large companies and is endowed with 600 billion euros. Support is possible both through state guarantees for loans and through a direct injection of capital. Lufthansa was the most prominent corporation to use the WSF. Only a few others followed, for example the travel group TUI.

Companies are deterred "The large discrepancy between interested parties and applicants shows that the state's entry via the Economic Stabilisation Fund scares off many companies," criticises Reinhard Houben, economic policy spokesman for the FDP parliamentary group. An effective mechanism to protect large companies is necessary, but it must not undermine entrepreneurial freedom. "The aid fund must not become an instrument of Peter Altmaier's encroaching shareholding policy," says Houben.

 

No problem with low approval

 

The Ministry of Economics, on the other hand, sees no problem in the low level of support. Many of the expressions of interest that were not pursued originated in the early days of the WSF. The ministry responded to the FDP's question by saying that it was the "last lifeline". "The WSF is only used if there are no alternative financing options and no other aid programme takes effect." pm, ots, mei

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