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Experten: Neues Prognosemodell für Corona-Pandemie - Drosten-Interview

"Eine umfassende und prospektive Bewertung der epidemischen Lage in Deutschland ist nur möglich, wenn wir verschiedene Indikatoren in unterschiedlicher Gewichtung in die Analyse mit einbeziehen. Genauso falsch wie die bisherige Fokussierung auf die 7-Tages-Inzidenz wäre es, wenn künftig allein die Hospitalisierungs-Inzidenz als Maßstab für die Beurteilung der Pandemie herangezogen werden soll."

 

Anpassung Infektionsschutzgesetz

 

So kommentierte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf eines Änderungsantrages zur Anpassung des Infektionsschutzgesetzes.

 

Viele Indikatoren mit einbeziehen

 

Reinhardt sprach sich dafür aus, die epidemische Lage auf Grundlage des Zusammenwirkens von 7-Tages-Inzidenz, Krankenhausfällen auf den Intensiv- und auf den Normalstationen, der Testpositivrate, der Impfquote sowie der Altersstruktur der SARS-CoV-2-Infizierten zu bewerten. "Nahezu alle dafür notwendigen Daten werden bereits jetzt von den Gesundheitsämtern, dem Robert Koch-Institut und von wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften erhoben und zur Verfügung gestellt. Man muss sie nur nutzen", sagte Reinhardt.

 

Differenziertes Prognosemodell entwickeln

 

In ihrer schriftlichen Stellungnahme zu dem Änderungsantrag betont die Bundesärztekammer, dass die Bundesregierung in der Verantwortung stehe, auf wissenschaftlicher Basis mit den vorgenannten Indikatoren ein differenziertes Bewertungs- und Prognosemodell zu entwickeln. Der Index sollte auch grundlegend sein für Entscheidungen in den einzelnen Bundesländern, welche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie festgelegt werden. Damit ließen sich zugleich mehr Transparenz, Nachvollziehbarkeit und auch Akzeptanz der Entscheidungen erreichen.

Die ebenfalls geplante Änderung zur Verpflichtung der Vorlage eines Impf-, Genesenen- oder Testnachweises bei Wahrnehmung bestimmter Angebote des öffentlichen Lebens wird von der Bundesärztekammer unterstützt. pm, ots

 

English version

 

"A comprehensive and prospective assessment of the epidemic situation in Germany is only possible if we include various indicators in the analysis with different weightings. It would be just as wrong as the previous focus on the 7-day incidence if in future the hospitalisation incidence alone were to be used as a yardstick for assessing the pandemic."

 

Adaptation of the Infection Protection Act

 

This is how the President of the German Medical Association, Dr. Klaus Reinhardt, commented on the draft amendment submitted by the Federal Government to adapt the Infection Protection Act.

 

Include many indicators

 

Reinhardt advocated assessing the epidemic situation on the basis of the interaction of 7-day incidence, hospital cases in intensive care and normal wards, the test positive rate, the vaccination rate and the age structure of SARS-CoV-2 infected persons. "Almost all the data needed for this is already being collected and made available by health authorities, the Robert Koch Institute and scientific medical societies. You just have to use them," said Reinhardt.

 

Develop a differentiated prognosis model

 

In its written statement on the amendment, the German Medical Association emphasises that the Federal Government has the responsibility to develop a differentiated assessment and prognosis model on a scientific basis with the aforementioned indicators. The index should also be fundamental for decisions in the individual federal states on which protective measures to take to contain the pandemic. This would at the same time achieve more transparency, comprehensibility and also acceptance of the decisions. The Federal Medical Association supports the likewise planned amendment on the obligation to present proof of vaccination, convalescence or testing when taking advantage of certain offers of public life. pm, ots, mei

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