· 

Medien: Beraterfirma - Sexuelle Belästigung und Geheimnisverrat?

Im Zusammenhang mit der Maskenbeschaffung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) sorge ein Skandal für Ärger im Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY).

 

Wie der Tagesspiegel berichtet, solle ein Mitarbeiter von EY eine Maskenlieferantin der Bundesregierung sexuell bedrängt haben und im Gegenzug streng vertrauliche Informationen aus dem Ministerium an sie weitergeleitet haben. Sowohl EY als auch das Bundesgesundheitsministerium erklärten gegenüber dem Tagesspiegel, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) keinen Kontakt zu dem jetzt EY-Mitarbeiter gehabt habe.

 

Das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen?

 

Wie die Zeitung weiter berichtet, sei der Mitarbeiter am vergangenen Freitag nach einem Bericht des Fachbriefings Tagesspiegel Background Gesundheit und E-Health "mit sofortiger Wirkung" freigestellt worden. Zudem werde er das Unternehmen "auf eigenen Wunsch" Ende September verlassen.

 

Abwicklung von Open-House-Geschäften

 

EY sei vom Ministerium zu Beginn der Corona-Krise mit der Abwicklung eines sogenannten Open-House-Geschäftes beauftragt worden. Für die Abwicklung der Verträge sei dabei EY zwischengeschaltet worden, fast sämtliche Kommunikation mit den Händlern laufe über das Beratungsunternehmen. Eine Maskenlieferantin wirft dem freigestellten EY-Mitarbeiter vor, die daraus entstandene Machtposition ausgenutzt zu haben: So soll er sie bei dutzenden Treffen sexuell bedrängt haben und ihr im Gegenzug versprochen haben, bei der Lösung ihres Falls zu helfen. Von F. gespeicherte Chats belegten zudem, wie er ihr vertrauliche Informationen aus dem Gesundheitsministerium zukommen gelassen habe, Fotos eines Privatdetektivs zeigten, wie er bei Treffen versucht habe, sie zu küssen und zu streicheln.

 

Anschuldigungen "sehr unspezifisch"

 

Über seine Anwälte habe der Mann gegenüber Tagesspiegel Background erklärt, dass der Kontakt zu F. auf "vollständiger Gegenseitigkeit" beruht habe. EY erklärte, die Anschuldigungen seien "sehr unspezifisch" gewesen "und nie in prüfbar konkretisierter Weise erhoben" worden. Schon länger ermittele allerdings eine externe Anwaltskanzlei im Auftrag von EY zu den Vorgängen. pm, ots, Quelle: Tagesspiegel

Kommentar schreiben

Kommentare: 0