Trockengelegte Moorböden verursachen sieben Prozent des CO-2-Ausstoß

Moorforscher Hans Joosten plädiert dafür, trockengelegte Moorböden auch dann wiederzuvernässen, wenn darauf Landwirtschaft betrieben wird. Statt Mais könnten die Bauern dann etwa Schilf anbauen.

 

Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" verwies der Professor für Moorkunde und Paläoökologie darauf, dass ohne die Wiedervernässung der Moore die Klimaziele der Bundesrepublik nicht einzuhalten seien. Die Landwirte müssten allerdings bei der Produktionsumstellung unterstützt werden. Sumpfpflanzen-Anbau müsse entsprechend bei den EU-Agrarsubventionen berücksichtigt werden. Wenn der Landwirt sich in der Vergangenheit entschieden habe, seine Fläche wieder zu vernässen und darauf Schilf oder Rohrkolben anzubauen, habe er sofort seinen Anspruch darauf verloren. "Langsam ändern sich diese Regeln, aber es ist alles noch viel zu kompliziert", kritisiert Joosten.

 

Nationale Moorstrategie ist unzureichend

 

Trockengelegte Moorböden seien für fast sieben Prozent des Treibhausgasausstoßes in Deutschland verantwortlich, sagte Joosten. Die Nationale Moorstrategie der Bundesregierung bezeichnete er vor diesem Hintergrund als unzureichend. Der CO2-Ausstoß müsse durch Wiedervernässung der Böden deutlich gesenkt werden. "Umso länger man das herauszögert, desto größer wird das Problem, und desto schwieriger wird es für die Landwirte, sich anzupassen", sagte Joosten.

 

Mit deutschem Umweltpreis ausgezeichnet

 

Der niederländische Biologe forscht unter anderem zu Torfmoos als Alternative zu fossilem Torf. Für sein jahrzehntelanges Engagement wurde er neben der Ökologin Katrin Böhning-Gaese mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet. pm, ots

 

English version

 

Moorland researcher Hans Joosten advocates re-wetting drained moorland soils even if they are used for agriculture. Instead of maize, farmers could then grow reeds.

 

In an interview with the Neue Osnabrücker Zeitung, the professor of peatland science and palaeoecology pointed out that without the rewetting of peatlands, the climate targets of the Federal Republic of Germany could not be met. However, farmers must be supported in the conversion of production. The cultivation of marsh plants must be taken into account in EU agricultural subsidies. In the past, if a farmer decided to re-wet his land and grow reeds or bulrushes on it, he immediately lost his entitlement. "Slowly these rules are changing, but it is all still far too complicated," Joosten criticises.

 

National peatland strategy is inadequate

 

Drained moor soils are responsible for almost seven per cent of greenhouse gas emissions in Germany, Joosten said. Against this background, he described the Federal Government's National Peatland Strategy as inadequate. CO2 emissions must be significantly reduced by rewetting the soils, he said. "The longer you delay this, the bigger the problem will become and the more difficult it will be for farmers to adapt," Joosten said.

 

Awarded German environmental prize

 

Among other things, the Dutch biologist conducts research on peat moss as an alternative to fossil peat. For his decades of commitment, he was awarded the German Environmental Prize alongside ecologist Katrin Böhning-Gaese. pm, ots, mei

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