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Vorbild USA: Grüne wollen Olympia in China diplomatisch boykottieren

Die Grünen haben die US-Entscheidung begrüßt, die Olympischen Winterspiele in Peking diplomatisch zu boykottieren.

Der außenpolitische Sprecher der Partei, Omid Nouripour, sagte am Dienstag im Inforadio vom rbb, es müsse ein politisches Signal gesetzt werden.

 

"Ich halte das, was die Amerikaner machen, für richtig, weil es nicht geht, dass man Athletinnen und Athleten, die ein Leben lang auf ein Ziel hingearbeitet haben, verhaftet für die Politik. Deshalb ist es notwendig, dass die Spiele stattfinden und auch, dass die Leute hinfahren. Aber bei den massiven Menschenrechtsverletzungen, die wir dort erleben in China, ist es notwendig, dass man auch ein klares Signal setzt. Das, was die Amerikaner sagen, dass keine Regierungsmitglieder daran teilnehmen, das halte ich für eine richtige Herangehensweise. Ich hoffe, dass sich Deutschland dem anschließt."

 

Unterschiedliche Positionen bei China-Politik

 

Angesprochen auf unterschiedliche Aussagen von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und der designierten grünen Außenministerin Annalena Baerbock zur China-Politik verwies Nouripour auf den Koalitionsvertrag: "Auch der künftige Bundeskanzler war daran (an den Verhandlungen - Red) beteiligt. Und deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass er jetzt einen anderen Kurs vertritt, als den, den wir verabredet haben." Scholz hatte Berichten zufolge in einem Brief an die chinesische Staatsführung angekündigt, den pragmatischen Kurs von Bundeskanzlerin Merkel fortzuführen. Baerbock hatte dagegen eine wertegeleitete chinakritische Außenpolitik angekündigt. pm, ots

 

English version

 

The German Green Party has welcomed the US decision to boycott the Winter Olympics in Beijing diplomatically.The party's foreign policy spokesman, Omid Nouripour, told rbb's Inforadio on Tuesday that a political signal must be sent.

 

"I think what the Americans are doing is right, because you can't have athletes who have spent a lifetime working towards a goal being arrested for politics. That is why it is necessary that the Games take place and also that people go there. But with the massive human rights violations we are witnessing there in China, it is also necessary to send a clear signal. What the Americans are saying, that no members of the government will attend, I think is the right approach. I hope that Germany will follow suit."

 

Different positions on China policy

 

Addressing different statements by SPD Chancellor candidate Olaf Scholz and the designated Green Foreign Minister Annalena Baerbock on China policy, Nouripour referred to the coalition agreement: "The future Chancellor was also involved in it (the negotiations - red). And that's why I can't imagine him taking a different course now than the one we agreed on." Scholz had reportedly announced in a letter to the Chinese leadership that he would continue Chancellor Merkel's pragmatic course. Baerbock, on the other hand, had announced a values-driven foreign policy critical of China.

pm, ots, mei

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