· 

Rassismus beim Duisburg-Spiel: Das sagen die Chefs der Vereine

Nach dem Abbruch des 3. Liga-Spiels zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück wegen rassistischer Vorfälle äußern sich auch Verantwortliche der Vereine.

 

Duisburgs Präsident Ingo Wald im Interview, bevor der Abbruch feststand: "Ich stand ganz weit weg, das, was ich jetzt gehört habe, muss ich sagen: das entsetzt mich. Ich weiß gar nicht, wie ich mein Stimmungsbild beschreiben soll. Das ist zwischen Wut, Entsetzen, Enttäuschung und Traurigkeit - dass uns das passiert hier in Duisburg. Das entspricht nicht unseren Werten, das entspricht nicht unserem Leitbild. Das sind Zustände, die ich in keinem Stadion sehen will. Schon gar nicht in Duisburg."

 

Wald zu den rassistischen Beleidigungen: "Das ist grundsätzlich eine Minderheit, nur diese Minderheit stört und zerstört möglicherweise auch den Fußball. Das ist nicht zu tolerieren und nicht zu dulden."

 

"Es kann nicht sein, dass wir immer nur Parolen formulieren, dass wir in irgendeiner Form Sprüche auf T-Shirts kleben, sondern wir müssen entsprechend agieren und reagieren", erklärte Osnabrücks Geschäftsführer Michael Welling nach dem Abbruch im MagentaSport-Interview.

 

Welling weiter: "Alle, die das hier erlebt haben, stehen noch unter dem Eindruck, was wir erlebt haben. Das ist das, was wir immer gesagt haben, das darf nicht zu unserer Gesellschaft und deshalb nicht zum Fußball gehören. Hier sind zwei dunkelhäutige Spieler Aaron Opoku aber auch Leroy Kwadwo rassistisch beleidigt worden. Das ist etwas, was wir nicht akzeptieren...Aaron ist tatsächlich sehr, sehr fertig und nicht mehr in der Lage, tatsächlich zu spielen. Das war tatsächlich auch ein Grund, weshalb wir gesagt haben, dann treten wir nicht wieder an."

 

Man habe sich mit allen Beteiligten, dem MSV und den Schiedsrichtern beraten: "Wir haben dann entsprechend zu Protokoll gegeben, dass wir eben nicht mehr antreten. Egal, was das sportrechtlich für uns für Konsequenzen hat, um eben auch hier zu dokumentieren, dass wir das nicht akzeptieren."

 

Welling würde sich vom DFB wünschen: "Wir sind uns mit den Duisburger Kollegen einig, dass es uns am liebsten wäre, wir haben ein Wiederholungsspiel und können dann noch mal ein Zeichen gegen Rassismus setzen." Welling lobte die anderen Duisburger Fans für ihr Verhalten: "Sie haben mit dazu beigetragen, den Täter zu identifizieren. Hier geht es nicht um den VfL oder den MSV, hier geht es um Rassismus."

pm, ots, Quelle: Magenta Sport

Kommentar schreiben

Kommentare: 0