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Sozialverband: Erhöhung des Regelsatzes um 0,76 Prozent ist ein Hohn

Der Präsident des Sozialverbands Deutschland Adolf Bauer warnt vor Weihnachten vor den Folgen gestiegener Inflation und Energiekosten für die ärmere Bevölkerung.

 

"Während die Nation Geschenke einpackt, Bäume schmückt und die Weihnachtsbraten besorgt, sind diese Dinge für Millionen Deutsche unerschwinglicher Luxus geworden", kritisierte Bauer im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Er erneuerte die Forderung nach einem Inflationsausgleich, den die Ampel-Regierung den Beziehern von Hartz-IV-Leistungen zahlen müsse. "Denn die Bilanz ist ernüchternd: 2020 erhielten rund 5,5 Millionen Menschen Leistungen nach Hartz IV und dazu 1,4 Millionen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Mit Sozialleistungen lag die Armutsrisiko-Quote bei 18,5 Prozent, ohne sogar bei 27 Prozent", erläuterte Bauer.

 

Höhe des Regelsatzes ist essenziell

 

Im Kampf gegen Armut sei vor allem die Höhe des Regelsatzes essenziell. "Und dieser soll zum 1. Januar um 3 Euro auf 449 Euro steigen - eine Erhöhung um 0,76 Prozent. Das ist ein Hohn", sagte Bauer der NOZ.

 

Armutsgefährdung der über 65-Jährigen

 

Der Sozialverbands-Präsident verwies darauf, dass sich die Armutsgefährdung der über 65-Jährigen in den vergangenen Jahren am stärksten erhöht habe. Die Quote stieg demnach von 11 Prozent im Jahr 2005 auf 15,7 Prozent im Jahr 2019. "Die Bundesregierung muss dringend dafür sorgen, dass auch Ältere mehr Geld zur Verfügung haben, damit sie einen würdigen Lebensabend haben. Dafür ist auch notwendig, die im Kern richtige Grundrente nachzubessern und sie einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen", forderte Bauer. pm, ots

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