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Zum Tod von Desmond Tutu: Für das Ende der Apartheid eingesetzt

Die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, erinnert in einem Kondolenzschreiben an das Leben und Wirken des ehemaligen anglikanischen Erzbischofs von Kapstadt und Friedensnobelpreisträgers, Desmond Mpilo Tutu, der im Alter von 90 Jahren verstorben ist.

 

Sie drückt seiner Frau Nomalizo Leah, seiner Familie und stellvertretend für die anglikanische Kirche, Erzbischof Thabo Makgoba ihr Mitgefühl aus: "Sie verlieren in ihm einen wunderbaren Menschen und müssen ohne ihn weiterleben. Dafür wünsche ich Ihnen von Herzen Kraft und die Zuversicht, die auch ihn getragen hat, dass wir am Ende dieses Lebens gehalten und getragen sind von der Liebe Gottes."

 

Sprachrohr für die Menschen in Südafrika

 

Die EKD-Ratsvorsitzende, Präses Annette Kurschus, sagte zum Tod von Desmond Tutu: "Desmond Tutu hat die Stimme für diejenigen erhoben, die nicht gehört wurden. Er war das Sprachrohr für die Menschen in Südafrika, die jahrzehntelang unter der Apartheid gelitten haben. Aus seinem christlichen Glauben heraus hat sich Tutu für das Ende des Apartheidregimes eingesetzt. Die Welt hat einen Menschen verloren, der das Evangelium in bemerkenswerter Weise gelebt hat. Wir haben ihm viel zu verdanken. Seine Stimme wird fehlen."

 

Bedingungsloser Einsatz gegen Apartheid

 

Petra Bosse-Huber erinnert daran, was aus dem so reichen und aktiven Leben und Wirken von Desmond Tutu bleiben und weiterwirken wird: "Sein bedingungsloser Einsatz gegen die Apartheid in Südafrika und gegen alle Unterdrückung und Erniedrigung von Menschen. Sein Wirken für Wahrheit und Versöhnung in Südafrika, die bis heute vorbildhaft ausstrahlt in viele andere Länder. Sein konfessions- und auch religionsübergreifender Einsatz für Gerechtigkeit und sein theologisches Infragestellen vieler Selbstverständlichkeiten - das alles wird bleiben." Bosse-Huber sprach im Namen der Evangelischen Kirche in Deutschland ihren Dank für "seinen unermüdlichen Einsatz, uns für den Kampf gegen die Apartheid in seiner Heimat sensibilisiert zu haben und in vielen anderen Gerechtigkeitsfragen bis heute herauszufordern" aus.

 

Neun Jahrzehnte für Gerechtigkeit und Frieden

 

Aus Anlass des 90. Geburtstages von Desmond Tutu wurde erst Anfang November von der EKD, dem Südafrikanischen Kirchenrat (SACC) und weiteren Kirchen und Organisationen die Konferenz "9 Jahrzehnte für Gerechtigkeit und Frieden" durchgeführt, die sich seinem Lebenswerk widmete. "Er konnte an dieser Konferenz selbst nicht mehr teilnehmen. Sein Vermächtnis aber wurde auf dieser Konferenz von vielen seiner Wegbegleiter und vielen jungen Menschen in unsere Gegenwartsfragen eingetragen und vor diesen Herausforderungen diskutiert. Das Wirken und das Erbe Desmond Tutus wird uns weit über seinen Tod hinaus Mahnung und Anspruch sein", erinnert sich Bosse-Huber. pm, ots

 

English version

 

In a letter of condolence, the Bishop Abroad of the Evangelical Church in Germany (EKD), Petra Bosse-Huber, remembers the life and work of the former Anglican Archbishop of Cape Town and Nobel Peace Prize laureate, Desmond Mpilo Tutu, who has died at the age of 90.

 

She expresses her sympathy to his wife Nomalizo Leah, his family and on behalf of the Anglican Church, Archbishop Thabo Makgoba: "You are losing a wonderful person in him and you have to live on without him. For this I wish you strength from the bottom of my heart and the confidence that also carried him, that at the end of this life we are held and carried by the love of God."

 

A mouthpiece for the people of South Africa

 

The Chairperson of the EKD Council, President Annette Kurschus, said on the death of Desmond Tutu: "Desmond Tutu raised his voice for those who were not heard. He was the mouthpiece for the people of South Africa who suffered for decades under apartheid. Out of his Christian faith, Tutu campaigned for the end of the apartheid regime. The world has lost a man who lived the Gospel in a remarkable way. We owe him much. His voice will be missed."

 

Unconditional commitment against apartheid

 

Petra Bosse-Huber recalls what will remain and continue to have an impact from Desmond Tutu's so rich and active life and work: "His unconditional commitment against apartheid in South Africa and against all oppression and humiliation of people. His work for truth and reconciliation in South Africa, which continues to set an example in many other countries. His interdenominational and interfaith commitment to justice and his theological questioning of many self-evident truths - all this will remain." Bosse-Huber expressed her gratitude on behalf of the Evangelical Church in Germany for "his tireless efforts to have sensitised us to the struggle against apartheid in his homeland and to challenge us on many other justice issues to this day."

 

Nine decades for justice and peace

 

To mark Desmond Tutu's 90th birthday, the EKD, the South African Council of Churches (SACC) and other churches and organisations held the "Nine Decades for Justice and Peace" conference only at the beginning of November, dedicated to his life's work. "He was no longer able to attend this conference himself. His legacy, however, was entered into our contemporary issues at this conference by many of his companions and many young people and discussed in the light of these challenges. Desmond Tutu's work and legacy will be a reminder and a challenge for us far beyond his death," Bosse-Huber recalled. pm, ots, mei

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