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Verdorbenes Obst und Gemüse im Lebensmittelhandel

Reporterinnen und Reporter des NDR Recherche-Formats "Dürfen Die Das?" haben stichprobenartig bei Aldi, Lidl, Netto, Rewe, Edeka und Penny eingekauft und in allen Filialen verdorbenes und zum Teil bedenklich belastetes Obst und Gemüse gefunden.

 

Dazu gehörten schimmlige Zitronen, matschige Tomaten, mit Pelz überzogene Pilze und weitere nicht mehr zum Verzehr geeignete Obst- und Gemüsesorten. Ernährungswissenschaftlerin Alexandra Borchert-Becker von dem Verein "Verbraucher Initiative" warnt in dem NDR Beitrag davor, dass beim Verzehr der eingekauften Waren akute Vergiftungssymptome hervorgerufen werden können. "Erbrechen, Durchfall. Schimmel kann auch leber- und nierenschädigend sein", sagt die Expertin.

 

Betroffene Produkte wurden nicht aussortiert

 

Entgegen gängiger Frischeversprechen der Einkaufsmärkte wurden die meisten der betroffenen Produkte weder in den Filialen aussortiert noch durch das Kassenpersonal beim Bezahlen moniert. Nach Aussagen von Mitarbeitenden der Supermarkt-Ketten Netto und Rewe ist dies auch auf die hohe Arbeitsbelastung während der Pandemie zurückzuführen.

 

Es fehlt an ausreichendem Personal

 

Es fehle oftmals ausreichend Personal, um die notwendigen Kontrollen durchzuführen, beanstandet Netto-Betriebsrat Gerhard Nickel: "Und das ist ja auch das, weshalb uns die Kolleginnen dann mehrfach und immer wieder melden und sagen 'wir können nicht mehr, wir haben keine Leute hier, bitte helft uns'. Das weiß das Unternehmen, aber es reagiert nicht drauf."

 

Standardmäßige Kontrollen gewissenhaft durchgeführt

 

Netto Marken-Discount weist die Vorwürfe ausdrücklich zurück. Gesundheit und Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten für das Unternehmen "...höchste Priorität." Dass die NDR Reporter*innen Schimmel gefunden haben, bedauert Netto sehr. Die standardmäßigen Kontrollen werden "grundsätzlich sehr gewissenhaft durchgeführt."

 

Genügt nicht den Qualitätsansprüchen

 

Rewe schreibt, dass der gefundene Schimmel nicht den Qualitätsansprüchen des Hauses entspreche und dass dies an krankheits- beziehungsweise pandemiebedingten Ausfällen liegen könne. Lidl verweist auf gut einsehbare Verpackungen. Kunden hätten so die Möglichkeit "sich selbst von der Qualität der Ware zu überzeugen". Aldi entschuldigt sich. Schließlich habe Frische für den Discounter "oberste Priorität". Penny schreibt, man werde seine Mitarbeiter "zeitnah nachschulen." Auch bei Aldi und LIDL wolle man weiterhin die Frische "regelmäßig kontrollieren" und Schimmel "unverzüglich aussortieren". Edeka teilt schriftlich mit, dass sich die Mitarbeiter in den Märkten die Ergebnisse nicht erklären können. pm, ots

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