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Wie sicher sind Schnelltests vom Discounter und aus der Drogerie?

Wie sicher sind die Ergebnisse von Schnelltests? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen, seitdem Antigentests als Nachweis einer Corona-Infektion oder zum Freitesten ausreichen.

 

Das Vergleichsportal Testberichte.de hat Daten aus einer Untersuchung des Paul-Ehrlich-Instituts übersichtlich aufbereitet und daraus ein Ranking mit einer Suche- und Sortierfunktion erstellt.

Nur 2 von 243 Schnelltests landen durchweg bei 100 Prozent

Vorne in der Tabelle stehen die Tests, die sowohl eine hohe (Ct-Wert bis 25) als auch eine mittlere (Ct-Wert zwischen 25 und 30) und eine niedrige Viruslast (Ct-Wert ab 30) zu 100 Prozent erkannt haben. Das trifft lediglich auf zwei Produkte zu: Longsee 2019-nCoV Ag Rapid Detection Kit (Immuno-Chromatography) von Guangdong Longsee Biomedical und das COVID-19 Rapid Test Cassette Antigen Test Kit von Lifecosm Biotech.

 

Discounter und Drogerien landen im Mittelfeld

 

Schnelltests aus Discountern und Drogerien landen im Mittelfeld

Leider sind die Schnelltests vorne im Ranking derzeit schwer zu bekommen. Daher haben wir eine Stichprobe in den Online-Shops der Discounter Aldi und Lidl sowie der Drogerieketten dm und Rossmann durchgeführt.

 

 AmonMed-Test landet auf Platz 28

 

Der bei beiden Drogerien angebotene Test von AmonMed landet auf Platz 28 und schneidet mit einer Gesamt-Sensitivität von 80 Prozent mit Abstand am besten ab, gefolgt vom Test von Joinstar (bei Aldi Nord) auf Platz 68 (64 Prozent) und dem Produkt von Safecare (bei Rossmann) auf Platz 77 (62 Prozent).

 

Bei hoher Viruslast jede Probe erkannt

 

Die weiteren Produkte von Boson, Genrui, Hotgen, Lepu Medical/Nasocheck landen auf den Plätzen 94 bis 139, ihre Gesamt-Sensitivität liegt lediglich zwischen 46 und 58 Prozent. Immerhin: Bei sehr hoher Viruslast erkennen sie bis auf eine Ausnahme (Genrui) jede positive Probe richtig.

 

199 Tests erfüllen die Mindestkriterien

 

Laut Paul-Ehrlich-Institut erfüllt ein Antigentest die Mindestkriterien, wenn mindestens 75 Prozent seiner Ergebnisse bei einer hohen Viruslast korrekt waren. Nur dann ist ein Test "erstattungsfähig", kann also beispielsweise als kostenloser Bürgertest verwendet werden. Die Ergebnisse bei einer mittleren oder niedrigen Viruslast spielen für die Mindestkriterien des Instituts keine Rolle, können also auch bei null Prozent liegen. Im Ranking erfüllen alle Tests bis Platz 199 die Mindestkriterien. Die weiteren sind hier der Vollständigkeit halber mit aufgeführt, dürften auf dem deutschen Markt aber keine Rolle mehr spielen.

 

Geimpfte und Geboosterte: Das Problem mit der Viruslast

 

Die geringe Erkennungsquote bei niedriger Viruslast kann vor allem für frisch Geimpfte und Geboosterte ein Problem sein, denn die Phase höherer Viruslast kann bei ihnen deutlich kürzer sein, so dass eine Infektion von den Tests weniger sicher erkannt wird. Eine mittlere Viruslast wird lediglich von 57 aller untersuchten Tests zu 75 Prozent erkannt, bei niedriger Viruslast liefern nur die ersten sieben Tests zu mindestens 75 Prozent richtige Ergebnisse. Allerdings geht das Robert-Koch-Institut zumindest bei einer niedrigen Viruslast von keiner hohen Ansteckungsgefahr aus.

 

Funktionieren Schnelltests auch bei Omikron?

 

Sowohl das Paul-Ehrlich-Institut als auch das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr und die Virologin Sandra Ciesek gehen aufgrund der aktuellen Datenlagen davon aus, dass Schnelltests bei Omikron unter dem Strich genauso funktionieren wie bei vorherigen Varianten.

 

Informationen zur Auswertung von Testberichte.de

 

Unser Ranking enthält 243 Schnelltests, die vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in einer breit angelegten Stichprobe untersucht und in einer Tabelle veröffentlicht wurden (Stand 31.01.2022). Zwei dort aufgeführte Tests (Mexacare GmbH Heidelberg, Spring Healthcare Services Sp zoo) sind laut PEI nicht mehr oder mit mittlerweile veränderten Produkteigenschaften im Markt, daher haben wir diese nicht in unser Ranking mit aufgenommen. Der Ct-Wert (manchmal auch Cq-Wert genannt) besagt, wie viele Vermehrungszyklen nötig waren, bevor der Anstieg des viralen Erbguts aus einer Probe exponentiell wurde. Je geringer die Zahl, desto die Viruskonzentration. pm, ots

Bildrechte: Getty Images/iStockphoto Fotograf: aprott

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