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Militärexperte: Ukraine kann Partisanen-Kriegsführung noch lange durchhalten

Russland droht nach Ansicht des Militärökonomen Marcus Matthias Keupp ein ähnliches wirtschaftliches Schicksal wie der Sowjetunion.

 

Die westlichen Russland-Sanktionen könnten gar nicht auf den militärisch-industriellen Komplex zielen, der sich autark finanziere, sagte Keupp der Kölnischen Rundschau, "sie zielen auf die Banken und die allgemeine Volkswirtschaft". Der an der Schweizer Militärakademie lehrende Wissenschaftler sagte weiter: "Wir haben es hier mit einem östlichen autoritären System zu tun, und wenn das die Wahl hat zwischen Ruhm und Ehre oder Wohlstand der Bevölkerung, dann ist klar, wie die Entscheidung ausfällt. Das hat die ganze Wirtschaftsgeschichte der Sowjetunion gezeigt."

 

Größte Ironie der Geschichte

 

Seiner Ansicht nach wäre es "die größte Ironie der Geschichte überhaupt, wenn sich die totale Aushöhlung der Ökonomie wiederholen würde, wie wir sie in den Jahren 1986 bis 1989 in der Sowjetunion gesehen haben". Der langfristige Schaden des Ukraine-Kriegs für Russland sei "immens".

 

Weder besonders schwierig noch teuer

 

Nach Keupps Auffassung kann die Ukraine ihren Abwehrkampf gegen Russland noch "relativ lange" durchhalten: eine "partisanenhafte Kriegsführung" sei weder besonders schwierig noch besonders teuer. "Das hat sich auch nach der sowjetischen Afghanistan-Invasion 1979 gezeigt: Die Überlegenheit bei schwerem Material ist die eine Sache - aber ob sie damit den Krieg gewinnen, ist noch lange nicht klar." pm, ots

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