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Konfliktforscherin: Russland fehlt das Potenzial Finnland anzugreifen

Auf einen Nato-Beitritt Finnlands wird Russland nach Einschätzung des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) nicht mit einem militärischen Vergeltungsschlag reagieren.

 

"Militärisch angreifen wird Russland sicher nicht. Dazu fehlen ihm, nicht zuletzt durch den Angriff auf die Ukraine, die militärischen Fähigkeiten", sagte HSFK-Geschäftsführerin Nicole Deitelhoff im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

  • Der Westen müsse aber sehr wohl mit "mit Drohungen und Provokationen" rechnen, sagte die Politikwissenschaftlerin weiter. Russland werde versuchen, "Truppen und Gerät, soweit nicht in der Ukraine gebunden, in die Grenzregion zu verlegen. Ebenfalls denkbar sind Cyberangriffe oder gezielte Luftraumverletzungen", so Deitelhoff.
  • Weiter sagte die Politikwissenschaftlerin der "NOZ": "Mit der Ankündigung Finnlands, so schnell wie möglich den formalen Aufnahmeantrag an die Nato zu stellen, ist einmal mehr deutlich geworden, wie sehr Russland seine erklärten Kriegsziele verfehlt hat. Statt die Nato zu schwächen und zurückzudrängen, hat es sie mit dem bevorstehenden Beitritt Finnlands und aller Wahrscheinlichkeit nach Schwedens gestärkt."
  • Nach Ansicht der HSFK-Geschäftsführerin wird Finnland "von der Sicherheit der Beistandsgarantie der Nato profitieren, weil die Russlands Kosten für einen möglichen Angriff enorm ansteigen" lasse.
  • Deitelhoff betonte: "Aber auch das Verteidigungsbündnis profitiert von Finnland, das starke militärische Fähigkeiten mitbringt und das Operationsgebiet der Nato strategisch erweitert". Mit dem Beitritt Finnlands und wohl auch Schwedens bekomme "Russland die Quittung für die Fehlentscheidung, in die Ukraine einzumarschieren".
    pm, ots

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