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18. Juni 1972: Uli Hoeneß blickt zurück auf seine Triumphe

Als "Übermannschaft für damalige Verhältnisse" hat Uli Hoeneß (70) in einem Interview der Redaktions-Kooperation G14plus, zu der unter anderem die "Neue Osnabrücker Zeitung" gehört, die deutsche Fußball-Nationalelf bezeichnet.

  • Das Team, das vor genau 50 Jahren, am 18. Juni 1972, im Endspiel in Brüssel gegen die damalige Sowjetunion (3:0) Europameister wurde: "Wir waren in Europa total überlegen."
  • Dass er im Alter von nur 20 Jahren schon im Viertelfinale beim legendären 3:1-Sieg gegen England "ein tolles Spiel wie in Wembley als Jüngster an der Seite großartiger Stars miterleben durfte, war ein unglaubliches Erlebnis".
  • Bei der oft vorgenommenen Bewertung als "beste Nationalelf aller Zeiten" gibt sich der spätere Weltmeister (1974) allerdings zurückhaltend: "Es macht keinen Sinn, Generationen miteinander zu vergleichen." Aber "viele von damals könnten auch heute gut mitspielen".

Nur zehn Tage nach dem EM-Triumph gewann Hoeneß mit dem FC Bayern auch seine erste Deutsche Meisterschaft - am letzten Spieltag gegen Verfolger Schalke 04 bei der ersten Bundesliga-Begegnung überhaupt im Olympiastadion.

  • "Wirklich ein Endspiel. In der Bundesliga hatten wir nicht die jetzige Dominanz."
  • Dank Amateur-Status und 1.200 D-Mark Gehalt als Angestellter auf der Geschäftsstelle von Bayern München nahm Hoeneß wenige Wochen später zudem am Fußballturnier der Olympischen Sommerspiele 1972 in München teil: "Als Europameister war ich das Aushängeschild unserer Mannschaft. Um ehrlich zu sein: Dem bin ich nicht immer gerecht geworden. Mit 20 Jahren war ich noch keine Führungsfigur", so Hoeneß im Interview.

Das Wohnen im olympischen Dorf, "der direkte Kontakt zu Tausenden von Athleten, zu Superstars", war für Hoeneß "eine wirklich tolle Geschichte.

  • Aber dann hat der Überfall auf das israelische Haus schlagartig alles verändert. Es waren nicht mehr die Olympischen Spiele, auf die man sich gefreut hatte."
  • Aus der Nähe verfolgte Hoeneß den Abflug der Geiseln und der Attentäter aus dem Büro eines ARD-Journalisten mit Blick auf den Hubschrauberlandeplatz: "Eine gespenstische Situation. Ich hatte Angst! Man war in Sorge, dass Weiteres passieren könnte, durch kolportierte Meldungen, ein neues Kommando sei auf dem Weg nach München."
  • Nach anfänglichen Bedenken hinsichtlich einer Fortsetzung von "Olympia dahoam" änderte Hoeneß seine Meinung, vor allem wegen eventueller Nachahmer: "Im Nachhinein war ,The games must go on' der richtige Spruch." pm, ots, Foto: Aman jha

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