Wir haben ein Traditionsduell gesehen, das seinem Ruf abseits des Platzes alle Ehre gemacht hat – auf dem Rasen aber eine zähe Angelegenheit war.
Zäh, aber für Königsblau mit einem goldenen Ende! Schalke 04 schlägt den 1. FC Nürnberg knapp mit 1:0 in der Veltins-Arena und sichert sich damit vorzeitig die Herbstmeisterschaft! Ein Arbeitssieg durch das Tor von Vitalie Becker in der 52. Minute.
Es war die erwartet schwere Geburt. Man hat gemerkt, dass Nürnberg unter Miroslav Klose taktisch diszipliniert auftritt und kompakt steht. Schalke tat sich schwer, Torchancen herauszuspielen. Die erste Halbzeit war von beiden Seiten sehr vorsichtig – viel Abtasten, wenig Risiko. Die große Stärke von Schalke in dieser Saison war aber wieder da: die Defensive. Mit nur acht Gegentoren in 16 Spielen ist das eine absolute Ansage.
Karius hält den Kasten sauber
Das muss man wirklich hervorheben. Loris Karius hält den Kasten sauber, die Abwehr um den zurückgekehrten Timo Becker – der sein Comeback feiern durfte – steht felsenfest. Der Siegtreffer kam dann nach der Pause, typisch für eine Spitzenmannschaft: Ein Konter, Vitalie Becker zieht wuchtig ab, und das Ding ist drin.
Nürnberg: Mutlos in der Offensive und Klose-Wut
Kommen wir zum 1. FC Nürnberg. Trainer Klose sprach nach dem Spiel von einem guten Auftritt, aber das Ergebnis bringt halt nichts. Seit drei Spielen ist der Club jetzt sieglos, und sie verharren im Tabellenmittelfeld. Vor allem im letzten Drittel. Der Club agierte zwar geduldig im Ballbesitz, aber die Durchschlagskraft fehlte komplett. Man ist kaum ins letzte Drittel vorgestoßen. Das, was Klose nach dem Spiel so wütend gemacht hat, war aber die Szene um Hasan Kurucay. Ein klares taktisches Foul des bereits verwarnten Schalkers, und der Schiedsrichter lässt die Gelb-Rote Karte stecken. Das ist ein Knackpunkt, denn in Überzahl hätte sich die Statik des Spiels komplett ändern können.
Fanfreundschaft und Emotionen
Die Fanfreundschaft beider Lager sorgte mit einer sehenswerten Choreografie für Gänsehaut-Momente. Die Choreografie hat gezeigt, was diese Vereine und ihre Fans ausmacht. Ein tolles Zeichen, das die sportliche Tristesse, die in Phasen des Spiels herrschte, komplett überstrahlt hat. Ein knapper, aber hochwichtiger Sieg für Schalke, der ihnen die Winterpause an der Tabellenspitze sichert. Schalke ist Herbstmeister. Nürnberg muss in der Winterpause dringend an seiner Offensive feilen.
