In Berlin herrscht derzeit eine ernste Lage: Ein großflächiger Stromausfall hält den Südwesten der Stadt seit dem frühen Samstagmorgen (03.01.2026) in Atem.
Betroffen sind rund 45.000 Haushalte und über 2.000 Gewerbebetriebe in den Stadtteilen Lichterfelde, Zehlendorf, Wannsee und Nikolassee.
Hier ist der aktuelle Stand der Entwicklungen sowie die Folgen für die Bevölkerung:
Ursache: Verdacht auf gezielten Anschlag
Auslöser der Störung war ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal nahe dem Kraftwerk Lichterfelde. Dabei wurden fünf Hochspannungs- und zehn Mittelspannungskabel massiv beschädigt.
Sabotageverdacht: Der Berliner Senat und die Polizei gehen von einer vorsätzlichen Tat aus. Laut Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey wurden am Tatort Brandsätze gefunden.
Ermittlungen: Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Ein Bekennerschreiben aus der linksextremen Szene (mutmaßlich "Vulkangruppe") wird derzeit auf seine Authentizität geprüft.
Aktueller Stand der Wiederversorgung
Obwohl Techniker von Stromnetz Berlin unter Hochdruck arbeiten, gestaltet sich die Reparatur schwierig.
Teilerfolge: Bis Sonntagnachmittag konnten etwa 10.000 Haushalte (vor allem in Lichterfelde) durch Umschaltungen im Netz wieder mit Strom versorgt werden.
Dauer der Störung: Für die verbleibenden rund 35.000 Haushalte gibt es schlechte Nachrichten: Eine vollständige Wiederversorgung wird voraussichtlich erst bis Donnerstagnachmittag (08.01.2026) möglich sein. Die nötigen Tiefbauarbeiten werden durch das winterliche Wetter und gefrorene Böden erschwert.
Massive Folgen für den Alltag
Da der Stromausfall in eine Frostperiode fällt, sind die Auswirkungen für die Bewohner gravierend:
Heizungsausfall: Die meisten Heizsysteme funktionieren ohne Strom nicht (Pumpen und Steuerung fallen aus). Sogar das Fernwärmenetz ist in Teilen beeinträchtigt.
Infrastruktur: Ampelanlagen sind dunkel, Supermärkte und Geschäfte bleiben geschlossen. Der Mobilfunk ist teilweise gestört, und an Bahnhöfen fehlen Fahrgastinformationen sowie funktionierende Ticketautomaten.
Pflegeheime: Mehrere Senioren- und Pflegeheime mussten evakuiert werden. Bewohner wurden in Krankenhäuser oder andere Einrichtungen verlegt.
Hilfe für Betroffene
Die Stadt Berlin hat weitreichende Hilfsmaßnahmen eingeleitet:
Notunterkünfte: Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat beheizte Notunterkünfte eingerichtet (z.B. im Rathaus Zehlendorf und an weiteren Standorten), in denen auch warmes Essen und Schlafplätze angeboten werden.
Anlaufpunkte: Die Feuerwehr hat „Notfall-Infopunkte“ für Bürger ohne Telefonnetz eingerichtet (z.B. am Mexikoplatz oder Rathaus Wannsee), um Notrufe abzusetzen.
Appell: Die Polizei rät Betroffenen, nach Möglichkeit bei Freunden oder Verwandten in anderen Stadtteilen unterzukommen, da die Wohnungen bei den aktuellen Minustemperaturen schnell auskühlen.
Wichtige Nummern
Bürgertelefon des Katastrophenstabs: 030 90299 3333
Störungshotline Stromnetz Berlin: 0800 211 25 25 (Richtigkeit der Nummern ohne Gewähr)
