Wirtschaftsweise für Deregulierung in Deutschland mit der "Kettensäge"

Veronika Grimm, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat zu einer Deregulierung der deutschen Wirtschaftspolitik nach Vorbild Argentiniens aufgerufen.

 

"In Argentinien wurde der aktuelle Deregulierungskurs nicht improvisiert, sondern über Jahre fachlich vorbereitet: Der heutige Deregulierungsminister Federico Sturzenberger hatte die Agenda lange vor dem Amstantritt von Javier Milei ausgearbeitet und priorisiert", sagte die Wirtschaftsweise am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Köln (IHK), wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet.

 

Bereitschaft zur konsequenten Regulierung begrenzt

 

In Deutschland gebe es zwar Aktivitäten zur Staatsmodernisierung, "doch die Bereitschaft zu einer konsequenten Deregulierung ist bislang sehr begrenzt", so Grimm. "Gerade deshalb sollte eine solche Agenda jetzt vorbereitet werden - denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie unvermeidlich wird", sagte die Wissenschaftlerin vor etwa 300 geladenen Gästen aus Unternehmerschaft, Politik und Medien.

 

Milei: Radikal libertäre Wirtschaftspolitik

 

Argentiniens Präsident Milei verfolgt eine radikal libertäre Wirtschaftspolitik mit massiven Staatskürzungen, Deregulierung, Privatisierungen und Abschaffung von Subventionen. Die Wirtschaftsweise mahnte zugleich an, die von Deutschland betriebene internationale Wirtschaftspolitik nicht mit einem Werte-Kanon zu überfrachten. "Wir müssen aufhören, die Welt zu belehren. Stabile Kooperation beruht nicht immer auf identischen Werten, sondern oft auf gemeinsamen Interessen", sagte Grimm. pm, ots, Kölner Stadtanzeiger

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