KI-Skandal beim ZDF: Tiefpunkt der jüngeren Geschichte des heute jorunals

Der Vorfall vom 15. Februar 2026 im ZDF heute journal  markiert einen Tiefpunkt in der jüngeren Geschichte der TV-Sendung.

 

Dass ausgerechnet in einem Beitrag über „Fake News“ und die US-Migrationsbehörde ICE selbst generierte oder ungeprüfte KI-Bilder verwendet wurden, erschüttert das Fundament des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags: die Glaubwürdigkeit.

 

Der Sachverhalt

 

In der Sendung vom 15. Februar 2026 berichtete das heute-journal über die harte Abschiebepraxis der US-Behörde ICE. Zur Illustration wurden Bilder verwendet, die zeigten, wie Einsatzkräfte eine Mutter und Kinder abführten. Wie sich kurz darauf herausstellte, handelte es sich dabei um:

  • KI-generiertes Material: Ein Video, das mit dem OpenAI-Tool „Sora“ erstellt wurde (sogar mit sichtbarem Wasserzeichen).
  • De-kontextualisiertes Archivmaterial: Eine weitere Szene stammte aus dem Jahr 2022 und zeigte einen völlig anderen Polizeieinsatz in Florida (Amokdrohung), nicht jedoch die Arbeit der ICE.

Die journalistische Verfehlung

 

Der Fehler wiegt schwer, da er mehrere Ebenen der journalistischen Sorgfaltspflicht verletzt:

  • Verletzung der Kennzeichnungspflicht: Das ZDF hat eigene KI-Leitlinien, die eine transparente Kennzeichnung vorschreiben. Dass diese laut Sender „aus technischen Gründen beim Überspielen“ verloren ging, ist eine schwache Verteidigung für eine Redaktion dieses Kalibers.
  • Versagen der Verifikationskette: Das Bildmaterial enthielt ein Wasserzeichen („@hss404“ und Hinweise auf Sora). Dass dies weder dem Cutter, noch dem Redakteur vom Dienst oder der Abnahme auffiel, deutet auf einen systemischen Kontrollverlust hin.

Inhaltliche Ironie als Glaubwürdigkeitskiller: Besonders pikant ist, dass Moderatorin Dunja Hayali den Beitrag mit einem Hinweis auf die Flut an Falschinformationen im Netz anmoderierte. Wer vor Fakes warnt und sie im selben Atemzug sendet, verliert das Publikum.

 

Die Reaktion des Senders

 

Das ZDF reagierte nach öffentlichem Druck mit einer Entschuldigung durch die stellvertretende Chefredakteurin Anne Gellinek am 17. Februar 2026.

Positiv: Die transparente Aufarbeitung im Programm und das Eingeständnis „handwerklicher Fehler“. Kritisch: Die Erklärung, die Kennzeichnung sei „technisch verloren gegangen“, wirkt unzureichend. In einem Nachrichtenformat darf KI-generiertes Material zur Illustration von realen Ereignissen (Symbolbilder ohne Kennzeichnung) grundsätzlich keinen Platz haben, da es die Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion verwischt.

 

Dieser Vorfall ist Wasser auf die Mühlen derer, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ohnehin kritisch sehen. Wenn die „Instanz für Wahrheit“ die Realität nicht mehr abbildet, sondern (KI-generiert) nachbaut, ist der Schaden für die gesamte Medienlandschaft immens. mei

Foto: Pixabay