Die vierte Februarwoche steht im Zeichen einer spannenden Mischung aus politischer Unsicherheit in den USA, wichtigen Konjunkturdaten aus Europa und den letzten großen Unternehmensberichten der Saison.
Nach der volatilen Vorwoche suchen die Märkte eine neue Richtung.
Makro-Fokus: Zölle, Inflation und Stimmungsdaten
Das beherrschende Thema am Montagmorgen ist die Reaktion auf die jüngsten US-Handelsentscheidungen. Nachdem der Supreme Court am vergangenen Freitag die ursprüngliche Methodik der „Liberation Day“-Zölle von Präsident Trump gekippt hat, reagierte das Weiße Haus prompt mit einer Anhebung der globalen Zölle auf 15 %.
USA: Investoren achten am Montag auf die Auftragseingänge langlebiger Güter sowie das Verbrauchervertrauen des Conference Board (Dienstag). Die Märkte prüfen, ob die Zollpolitik bereits die Konsumlust und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen bremst.
Europa: In Deutschland liefert der ifo-Geschäftsklimaindex (heute, 10:00 Uhr) den wichtigsten Indikator für die hiesige Wirtschaft. Analysten hoffen auf eine Stabilisierung, nachdem die Einkaufsmanagerindizes (PMI) zuletzt leichte Erholungstendenzen zeigten.
Inflation: Im Laufe der Woche folgen vorläufige CPI-Daten für Februar aus Frankreich und Spanien. Sie sind entscheidend für die Erwartungshaltung gegenüber der EZB, die zuletzt im Februar die Zinsen bei 2,00 % (Einlagenzins) stabil hielt.
Unternehmenszahlen: Branchenriesen im Rampenlicht
Die Berichtssaison neigt sich dem Ende zu, hält aber noch Schwergewichte bereit:
Tag Unternehmen Relevanz
Mo, 23.02. JPMorgan Chase „Company Update 2026“: Ausblick auf die US-Zinsmarge.
Di, 24.02. Apple Hauptversammlung: Fokus auf KI-Integration und China-Umsätze.
Di, 24.02. Home Depot Indikator für den US-Immobilienmarkt und Konsum.
Fr, 27.02. BASF Jahreszahlen: Ausblick auf die Energiekosten und Chemie-Nachfrage.
Sa, 28.02. Berkshire Hathaway Warren Buffetts Jahresbericht – ein Pflichttermin für Value-Anleger.
Rohstoffe und Währungen
Gold: Bleibt der Profiteur der Stunde. Nach dem Durchbrechen der 5.000-USD-Marke in der Vorwoche stützen die Handelsunsicherheiten den Preis weiterhin. Analysten sehen die Marke von 5.080 USD als nächste Unterstützung.
Euro (EUR/USD): Die Gemeinschaftswährung steht unter Druck. Die Kombination aus US-Zöllen und einer robusteren US-Kerninflation (zuletzt 0,36 % m/m) lässt den Dollar erstarken. Der Euro kämpft mit der Unterstützung bei 1,17 USD.
Fazit für die Woche
Die Woche ab dem 23. Februar wird ein Tauziehen zwischen fundamentaler Stabilität und geopolitischem Lärm. Während die Unternehmensgewinne (insbesondere Tech) solide bleiben, sorgt die aggressive US-Handelspolitik für Sand im Getriebe der Globalisierung.
Analysten-Rat: Achten Sie besonders auf die Aussagen von Apple und BASF. Diese stehen stellvertretend für die zwei großen Sorgenkinder der Woche: die globale Tech-Lieferkette und die europäische Industrie-Renaissance. mei
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