Die globalen Finanzmärkte stehen unter dem Eindruck einer massiven geopolitischen Zäsur. Nach den am Wochenende erfolgten US-israelischen Luftangriffen auf den Iran und der Bestätigung des Todes des Obersten Führers Ali Chamenei herrscht an den Börsen eine Mischung aus Schock und Flucht in Sicherheit.
Marktüberblick: Rot an den Tafeln
Die wichtigsten Indizes starteten mit deutlichen Abschlägen in den Handel. Anleger reagieren auf die Unsicherheit über die Dauer des Konflikts und die eingeschränkte Schifffahrt in der Region.
- DAX 24.807 Pkt. -1,45 %
-
EuroStoxx 50 6.008 Pkt. -1,64 %
- ATX (Wien) 5.593 Pkt. -2,03 %
- Nasdaq 100 (Future) 24.535 Pkt. -1,70 %
- SMI (Zürich) 13.762 Pkt. -1,55 %
Rohstoffe: Gold und Öl auf Rekordjagd
Die dramatische Lage im Nahen Osten treibt die Preise für strategische Rohstoffe massiv nach oben.
Gold durchbricht die 5.400-Dollar-Marke. Das gelbe Metall hat heute Morgen (2.3.2026) einen historischen Meilenstein erreicht und notiert bei rund 5.412 USD pro Feinunze. Innerhalb weniger Tage legte Gold um über 6 % zu. Es erfüllt einmal mehr seine Funktion als „sicherer Hafen“, während Anleger weltweit ihre Portfolios gegen die Eskalation absichern.
Ölmarkt: Die Straße von Hormus im Fokus
Der Ölpreis reagierte in der Nacht mit Sprüngen von über 10 %, hat sich im Vormittagshandel aber bei einem Plus von rund 7,5 % stabilisiert. Brent-Öl notiert aktuell bei etwa 78,90 USD. Da rund ein Fünftel des globalen Ölhandels durch die teils blockierte Straße von Hormus fließt, bleibt die Versorgungsangst das dominierende Thema.
Einzelwerte: Gewinner und Verlierer der Krise
Die Marktteilnehmer schichten radikal um, was zu einer extremen Spreizung bei den Aktienkursen führt.
Top-Werte (Krisengewinner)
- Rüstung: Unternehmen wie Hensoldt (+2,8 %) und Rheinmetall profitieren von der Erwartung steigender Verteidigungsausgaben.
- Energieversorger: RWE (+1,7 %) und Verbund (+3,8 %) sind gesucht, da die Unabhängigkeit von fossilen Importen erneut an Priorität gewinnt.
- Logistik: Kühne + Nagel (+3,0 %) steigt, da Frachtraten aufgrund der Umleitungen im Nahen Osten anziehen.
Flop-Werte (Krisenverlierer)
Touristik & Luftfahrt: Fraport (-2,8 %) und Reiseanbieter wie DO & CO (-9,5 %) leiden unter den massiven Luftraumsperren im Orient.
Luxusgüter: Richemont (-5,0 %) und Hermès (-3,2 %) werden abgestraft, da Anleger einen Einbruch des globalen Konsums fürchten.
Devisen und Krypto
- Euro/Dollar: Der Euro steht unter Druck und notiert bei 1,1722 USD (-0,46 %). Der US-Dollar wird als Weltreservewährung bevorzugt.
- Bitcoin: Überraschenderweise zeigt sich der Kryptomarkt relativ stabil bei rund 66.000 USD (+1,4 %), was einige Analysten als Zeichen dafür werten, dass Krypto zunehmend als „digitales Gold“ in Krisenzeiten akzeptiert wird.
Ausblick: Die Augen der Händler richten sich nun auf die USA. Präsident Trump deutete an, dass die Kämpfe noch bis zu vier Wochen andauern könnten. Sollte die Straße von Hormus dauerhaft gesperrt bleiben, droht den Märkten eine weitere Verkaufswelle. mei
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Finanzprodukten dar. Beachtet auch den Disclaimer auf dieser Webseite.
Foto: Pixabay
