Blick auf den DAX: Eine Marktpanik bleibt aus - Aktien: Rheinmetall Gewinner, Lufthansa Verlierer

Die Eskalation im Nahen Osten hat den DAX am Montag, den 2. März 2026, fest im Griff. Nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran und der Bestätigung des Todes von Ali Chamenei eröffnete der deutsche Leitindex mit einem Gap-Down und kämpft aktuell um die Marke von 24.700 Punkten (ein Minus von etwa 2,5 %).

 

Innerhalb der 40 DAX-Konzerne zeigt sich eine extreme Zweiteilung zwischen defensiven Profiteuren und zyklischen Verlierern.

 

Die Krisengewinner: Schutzschilde und Energie

 

In einem tiefroten Markt stechen zwei Sektoren hervor, die von der neuen geopolitischen Realität profitieren. Rheinmetall: +5,0 % (~1.800 €)

 

Der Rüstungskonzern ist der klare Tagessieger. Angesichts der "Operation Genesis" und der drohenden Ausweitung des Konflikts rechnen Anleger mit einer weiteren Beschleunigung der globalen Aufrüstung. Das Unternehmen sitzt bereits auf einem Rekordauftragsbestand von fast 64 Mrd. Euro.

 

RWE & E.ON: Stabil bis leicht positiv

 

Die Versorger profitieren von ihrer Rolle als "sichere Häfen". Während der Gesamtmarkt fällt, stützt die Erwartung steigender Strompreise und die forcierte Abkehr von fossilen Importen aus Krisenregionen diese Titel.

 

Siemens Energy: Trotz allgemeiner Marktschwäche bleibt die Aktie im Fokus, da der Bedarf an autarker Energieinfrastruktur durch den Krieg im Iran massiv unterstrichen wird.

 

Die Verlierer: Kerosinpreis und Lieferketten-Angst

Besonders hart trifft es Unternehmen, die direkt von Energiekosten oder freien Lufträumen abhängig sind.

  • Lufthansa: -8 % bis -10 % Die Aktie befindet sich im "freien Fall". Die Sperrung der Lufträume über dem Iran, Irak und Jordanien sowie der Ausfall der Drehkreuze Dubai und Abu Dhabi legen wichtige Langstreckenrouten lahm. Hinzu kommt der sprunghaft gestiegene Ölpreis (Brent +9,5 %), der die Treibstoffkosten explodieren lässt.
  • Siemens: -4,2 % Als zyklischer Industriewert leidet Siemens unter der Angst vor einer globalen konjunkturellen Abkühlung und gestörten Lieferketten Richtung Asien.
  • Automobilsektor (Mercedes-Benz, BMW, VW): Die Branche verliert im Schnitt 2,5 % bis 3 %. Die Sorge vor steigenden Produktionskosten durch teurere Energie und eine sinkende Konsumlaune in den Exportmärkten belastet die Kurse.

Schwergewicht im Fokus: SAP

 

SAP (-1,4 %) schlägt sich im Vergleich zum Gesamtmarkt relativ wacker, steht aber unter eigenem Druck.

Status: Die Aktie notiert bei ca. 167 €. Herausforderung: Zwar ist das Cloud-Geschäft weniger anfällig für physische Kriegseinwirkungen, doch Analysten mahnen eine Verlangsamung des Wachstums für den Rest des Jahres 2026 an. Die Aktie bleibt technisch gesehen "in den Fängen der Bären", solange die Marke von 183 € nicht zurückerobert wird.

 

Zusammenfassung der Marktlage (02.03.2026)

  • Top-Performer Rheinmetall +5,0 % Eskalationsbedingte Nachfrage nach Verteidigung.
  • Größter Verlierer Lufthansa -8,5 % Flugverbote & Ölpreis-Schock.
  • Defensiver Anker RWE +0,8 % Fokus auf nationale Energiesicherheit.
  • Zyklisches Leid Siemens -4,2 % Weltweite Rezessionsängste.

Analysten-Einschätzung: Eine Marktpanik ist trotz der Verluste bisher ausgeblieben, da viele Akteure einen Schlag gegen den Iran eingepreist hatten. Entscheidend für die DAX-Konzerne wird nun sein, ob die Straße von Hormus über Tage oder Wochen blockiert bleibt – in letzterem Fall droht ein Abrutschen des DAX Richtung 24.000 Punkte. mei

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