An den internationalen Börsen herrscht am Dienstag, den 3. März 2026, eine tiefe Verunsicherung. Die militärische Eskalation im Mittleren Osten und die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran haben eine Flucht aus Risiko-Assets ausgelöst.
Während die Energiepreise explodieren, beschleunigt sich der Ausverkauf bei deutschen Standardwerten.
Hier ist der kompakte Marktbericht
Deutscher Markt: DAX unter Schock
Der DAX setzt seine Talfahrt fort und hat die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten deutlich hinter sich gelassen. Aktuell notiert der Leitindex bei rund 24.638 Punkten (-2,6 %).
Top-Thema Inflation: Der sprunghafte Anstieg der Ölpreise (Brent bei ca. 83 USD) weckt bei Anlegern die Sorge vor einer neuen Inflationswelle. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane äußerte sich heute bereits besorgt über längerfristig hohe Energiekosten.
Einzelwerte im Fokus
- Deutsche Bank & Siemens: Gehören mit Verlusten von 5,0 % bis 5,4 % zu den größten Verlierern, da zyklische Werte und Finanzmittel unter Rezessionsangst leiden.
- Rüstung & Sicherheit: Rheinmetall und Thales halten sich im grünen Bereich. Auch die Deutsche Börse (+1,7 %) profitiert paradoxerweise von der hohen Volatilität und dem erhöhten Absicherungsbedarf der Marktteilnehmer.
- Automobilsektor: VW und BMW büßen über 4 % ein, belastet durch die Angst vor steigenden Produktionskosten und unterbrochenen Lieferketten.
Internationale Märkte: Wall Street uneins
Während Europa tiefrot notiert, zeigt sich die Wall Street etwas widerstandsfähiger, kämpft aber ebenfalls mit Gegenwind.
- US-Futures: Die E-Mini-Futures auf den S&P 500 deuten auf einen schwächeren Start hin (-1,5 %). Der Nasdaq 100 steht unter Druck, da die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen bei über 4,0 % verharren, was Tech-Bewertungen belastet.
- Asien: In Tokio und Hongkong dominierten Verluste. Besonders die Abhängigkeit von Ölimporten drückte den Nikkei und den Hang Seng ins Minus.
Tech-Aktien: KI-Hype trifft auf Realpolitik
Die großen Tech-Giganten („Magnificent Seven“) können sich der allgemeinen Marktstimmung nicht entziehen.
- NVIDIA 152,29 € -2,2 % Trotz starker Zahlen belastet die allgemeine Risikoaversion; kämpft mit der 200-Tage-Linie.
- Apple 226,70 € +3,3 % Überraschende relative Stärke; Anleger suchen Sicherheit im stabilen Cashflow von Apple.
- Microsoft Stabil -0,5 % Fokus auf Cloud-Resilienz in Krisenzeiten dämpft den Fall.
Rohstoffe und Devisen
- Gold: Nach dem gestrigen Rekordhoch setzen heute leichte Gewinnmitnahmen ein. Die Feinunze notiert bei 5.270 USD (-1,5 %), bleibt aber auf historisch extrem hohem Niveau.
- Devisen: Der US-Dollar ist als Weltreservewährung extrem gefragt. Der Euro schwächelt und rutscht auf 1,1622 USD ab.
- Krypto: Bitcoin zeigt sich volatil bei etwa 58.500 USD. Einige Anleger schichten in Krypto um, um sich gegen den fallenden Euro abzusichern.
Fazit für Anleger: Der 3. März 2026 markiert einen Wendepunkt in der Marktdynamik. Die „Friedensdividende“ ist endgültig verbraucht. Experten raten dazu, die 100-Tage-Linie im DAX (ca. 24.400 Punkte) genau zu beobachten – bricht diese, könnte ein Test der 24.000er-Marke folgen.
Trotz der geopolitischen Lage haben heute einige Schwergewichte ihre Zahlen vorgelegt. Die Reaktion des Marktes zeigt deutlich: In dieser Phase wird jedes Anzeichen von Schwäche gnadenlos abgestraft.
- Beiersdorf: Der Nivea-Hersteller konnte zwar ein solides Umsatzplus von 7% für das abgelaufene Geschäftsjahr vermelden, enttäuschte jedoch beim Ausblick auf die Margen für 2026 aufgrund steigender Rohstoffkosten (Plastik/Verpackung durch Ölpreis). Die Aktie verliert aktuell 3,8 %.
- Schaeffler: Der Automobilzulieferer leidet massiv unter der Unsicherheit im Sektor. Trotz einer stabilen Dividendenankündigung rutscht die Aktie um 4,5 % ab, da Analysten eine Verlangsamung der E-Mobilitäts-Transformation befürchten, wenn die Strompreise kriegsbedingt weiter steigen.
Technische Analyse: DAX an der Kante
Der DAX befindet sich technisch in einer hochkritischen Zone. Wir sehen aktuell einen Kampf um die Unterstützung bei 24.600 Punkten. Unterstützung: Sollte der DAX unter 24.550 Punkte schließen, ist der Weg frei bis zur psychologisch wichtigen Marke von 24.000.
- RSI (Relative Strength Index): Der Index nähert sich dem "überverkauften" Bereich (unter 30), was kurzfristig eine technische Gegenreaktion (Bärenmarkt-Rallye) auslösen könnte – allerdings nur, wenn keine weiteren Hiobsbotschaften aus dem Iran kommen.
Sektor-Rotation: Wo fließt das Geld hin?
- Professionelle Anleger schichten heute massiv um. Das Kapital flieht aus zyklischen Werten und sucht Zuflucht in Branchen, die "unverzichtbar" sind.
- Cybersecurity: Da mit der physischen Eskalation im Iran auch die Gefahr von Hackerangriffen auf westliche Infrastruktur steigt, sind Werte wie Palo Alto Networks und CrowdStrike heute stark gesucht.
- Rüstung: Rheinmetall markiert ein neues Allzeithoch bei ca. 1.850 €.
- Versorger (Defensiv): E.ON und RWE halten den DAX stabil, da ihre Cashflows als relativ krisenfest gelten. mei
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