Während über dem Persischen Golf die Rauchwolken iranischer Raketeneinschläge aufsteigen, herrscht am Boden in Dubai eine Mischung aus Panik und bitterer Enttäuschung.
Rund 30.000 deutsche Urlauber sitzen nach der Eskalation des Iran-Krieges am 28. Februar in der Region fest. Doch statt einer entschlossenen Rettungsaktion wie zu Beginn der Corona-Pandemie erleben die Betroffenen ein bürokratisches Trauerspiel.
Chaos am "Dubai International" – Die vergessenen Touristen
Am Flughafen DXB herrschen seit Tagen apokalyptische Zustände. Zehntausende Menschen lagern in den Terminals, die Klimaanlagen laufen am Limit, die Lebensmittelvorräte werden knapp. Da der Luftraum über den VAE, Katar und dem Oman zeitweise komplett gesperrt wurde, brach der zivile Flugverkehr in sich zusammen.
- Besonders prekär ist die Lage für die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „5“, die im Hafen von Dubai festliegen, während in unmittelbarer Nähe Drohnen einschlugen. Die Urlauber berichten von mangelnder Informationspolitik seitens der Reedereien und der Botschaft.
Kritik an der Bundesregierung: „Zynismus statt Hilfe“
Außenminister Johann Wadephul (CDU) steht unter massivem Beschuss. Seine ersten Äußerungen am Sonntagabend bei Caren Miosga, wonach Reisende „für ihre Sicherheit selbst Verantwortung tragen“ und man bereits vor der Gefahr gewusst habe, empfinden viele Gestrandete als Schlag ins Gesicht.
Die Hauptkritikpunkte an der Berliner Strategie
- Zögerlicher Beginn: Erst vier Tage nach Kriegsausbruch landeten die ersten vereinzelten Sondermaschinen (Lufthansa und Emirates) in Frankfurt und München.
- Selektive Rettung: Die Priorisierung von „Alten, Kranken und Schwangeren“ ist zwar humanitär nachvollziehbar, lässt aber tausende junge Familien und Alleinreisende ohne Perspektive in einer potenziellen Kriegszone zurück.
- Landweg-Falle: Das Auswärtige Amt empfahl teilweise die Ausreise über den Landweg in den Oman (Maskat). In einer hochdynamischen Kriegslage, in der Treibstoff knapp ist und Straßen gesperrt sind, grenzt dieser Rat für viele an Lebensgefahr.
Das Versagen der "Krisenvorsorgeliste"
Obwohl sich über 10.000 Menschen in die Liste „ELEFAND“ eingetragen haben, berichten Nutzer von Systemabstürzen und standardisierten E-Mails, die keine konkrete Hilfe bieten. Während Länder wie Frankreich bereits militärische Transportmaschinen zur Evakuierung ihrer Staatsbürger schicken, setzt Deutschland auf die Kooperation mit zivilen Airlines wie der Lufthansa, deren Betrieb jedoch bis mindestens zum 8. März stark eingeschränkt bleibt.
Status der Rückholung (Stand 05.03.2026)
- Flughafen Dubai Blankes Chaos, Versorgungsengpässe. Informationen via App, vereinzelte Charterflüge.
- Kreuzfahrtschiffe Sicherheitszone im Hafen, Drohnengefahr. Kontakt mit Veranstaltern (TUI), keine Evakuierung.
- Luftraum Teilweise Öffnung für Korridore. Verhandlungen über Sicherheitsgarantien für S04-Charter.
Kommentar: „Die Bundesregierung scheint den Ernst der Lage erst zu begreifen, als die Bilder von brennenden Lagerhäusern in Sharjah um die Welt gingen. Die Schutzbefohlenen im Stich zu lassen und auf Eigenverantwortung zu pochen, während der Himmel über ihnen brennt, ist ein politischer Offenbarungseid.“ mei
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