Wie die Ölkonzerne den Iran-Krieg zur Abzocke an den Zapfsäulen nutzen - Das große Schweigen der Regierung

Während die Welt mit angehaltenem Atem auf die Eskalation im Nahen Osten blickt, erleben Autofahrer an deutschen Tankstellen ein Déjà-vu der unangenehmen Art.

 

Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges sind die Preise für E10 und Diesel sprunghaft angestiegen – teilweise um bis zu 25 Cent pro Liter innerhalb weniger Stunden. Doch Experten warnen: Diese Erhöhung ist ökonomisch kaum zu rechtfertigen.

 

Die Mechanik der künstlichen Verknappung

 

Die großen Ölmultis argumentieren traditionell mit der „Antizipation von Lieferengpässen“. Doch ein Blick auf die Fakten zeigt ein anderes Bild.

  • Lagerbestände: Die strategischen Ölreserven und die privaten Bestände der Konzerne sind auf einem stabilen Niveau. Das heute verkaufte Benzin wurde vor Wochen eingekauft und raffiniert.
  • Der "Raketen-Effekt": Die Preise an den Zapfsäulen steigen wie eine Rakete, sobald die erste Nachricht über einen Konflikt die Ticker erreicht. Sinken die Rohölpreise jedoch wieder, folgen die Tankstellenpreise nur in der Geschwindigkeit einer Feder.
  • Übergewinne: Schon während der Energiekrise 2022 verzeichneten Konzerne wie Shell, BP und Exxon Rekordgewinne. Der Iran-Krieg dient nun als willkommener moralischer Schutzschild, um die Margen erneut massiv auszuweiten.

Das Schweigen im Kanzleramt

 

Trotz der offensichtlichen Entkoppelung von Rohölpreis und Zapfsäulenpreis bleibt die Reaktion der Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz auffallend verhalten. Kritiker werfen der schwarz-roten Koalition Untätigkeit vor.

  • Kartellrecht: Das Bundeskartellamt beobachtet, greift aber nicht ein. 
  • Spritpreisbremse: Aktuell kein Thema in den Haushaltsverhandlungen. Sofortige Senkung der Energiesteuer auf das EU-Minimum.

Politische Lähmung oder Absicht?

 

Die Zurückhaltung der Regierung hat System. In Zeiten eines knappen Haushalts spülen höhere Spritpreise über die Mehrwertsteuer und die CO2-Abgabe zusätzliches Geld in die Staatskasse. Für den Pendler im ländlichen Raum wirkt dies wie Hohn: Er finanziert durch die aktuelle Preistreiberei sowohl die Rekorddividenden der Aktionäre als auch die Haushaltslöcher des Bundes.

 

Fazit: Der Iran-Krieg ist die perfekte Nebelkerze für eine Branche, die Krisen seit Jahrzehnten zur Gewinnmaximierung nutzt. Solange die Bundesregierung das Kartellrecht nicht mit scharfen Zähnen ausstattet, bleibt der Verbraucher der Zahlmeister der Geopolitik. mei

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