In den Märkten finden Anleger auch in Krisenzeiten das Richtige

In Zeiten globaler Krisen und militärischer Konflikte, wie wir sie im März 2026 erleben, reagieren die Märkte meist nach einem ähnlichen Muster: Volatilität bei Standardwerten, Flucht in „Sichere Häfen“ und eine Sonderkonjunktur für spezifische Branchen.

 

Hier Anlagestrategien, die in der aktuellen Krisenphase historisch und aktuell als defensiv oder profitabel gelten.

 

Defensive Sektoren: Die „Must-Haves“

 

Wenn die Weltwirtschaft durch den Iran-Konflikt und gestörte Lieferketten ins Stocken gerät, fokussieren sich Anleger auf Unternehmen, deren Nachfrage unelastisch ist – also Dinge, die Menschen immer brauchen.

  • Basiskonsumgüter (Consumer Staples): Unternehmen aus den Bereichen Lebensmittel, Hygiene und Haushaltswaren (z. B. Procter & Gamble, Nestlé, PepsiCo).
  • ETF-Tipp: iShares MSCI World Consumer Staples.
  • Gesundheitswesen (Healthcare): Pharma- und Medizintechnikunternehmen sind weitgehend konjunkturunabhängig.
  • ETF-Tipp: Xtrackers MSCI World Health Care.

Krisenprofiteure: Energie und Rüstung

 

Im aktuellen Szenario des Jahres 2026 sind dies die Sektoren mit der stärksten Dynamik:

  • Energie (Öl & Gas): Durch die Blockade der Straße von Hormus steigen die Margen der Produzenten außerhalb der Krisenregion (z. B. US-Schieferöl oder norwegische Anbieter wie Equinor).
  • ETF-Tipp: iShares STOXX Europe 600 Oil & Gas.
  • Verteidigung (Defense): Die massive Aufrüstung der NATO-Staaten und die direkten Kampfhandlungen führen zu vollen Auftragsbüchern bei Rüstungskonzernen (z. B. Rheinmetall, Lockheed Martin, Northrop Grumman).
  • ETF-Tipp: VanEck Defense ETF (speziell für diesen Sektor).

 „Sichere Häfen“: Edelmetalle und Cash

 

Wenn das Vertrauen in Papierwährungen oder die Stabilität von Staaten sinkt, schlägt die Stunde der Sachwerte.

  • Gold: Der klassische Krisenschutz. Gold korreliert oft negativ mit den Aktienmärkten und schützt vor Währungsabwertungen.
  • Anlageform: Physische Barren/Münzen oder Gold-ETCs (z. B. Xetra-Gold).
  • US-Dollar: In globalen Krisen flieht Kapital oft in den Dollar, was ihn gegenüber dem Euro stärkt. Davon profitieren Anleger, die bereits in US-Aktien oder Dollar-Cash investiert sind.

Breit gestreute Welt-ETFs: Die Strategie des „Aussitzens“

 

Für langfristige Anleger ist die beste Strategie oft, gar nichts am Kernportfolio zu ändern.

  • Ein MSCI World oder FTSE All-World enthält bereits die oben genannten Krisenprofiteure (Energie, Pharma). Die Verluste in zyklischen Branchen (Auto, Luxus) werden durch die Gewinne in defensiven Branchen teilweise abgefedert.
  • Gold Mittel (Risiko) Vermögensschutz / Inflationsschutz
  • Rüstungs-Aktien Hoch (Risiko) Spekulative Kursgewinne durch Eskalation
  • Energie-ETFs Hoch (Risiko) Profitieren von Angebotsverknappung
  • Defensive ETFs Gering (Risiko) Stabilität und Dividendenrendite
  • Tagesgeld (Zinsen) Sehr gering (Risiko) Liquidität für Nachkäufe bei niedrigen Kursen

Kritischer Hinweis

 

Investitionen in Krisenzeiten sind mit hohen Risiken verbunden. Insbesondere Rüstungs- und Energieaktien können bei einer plötzlichen Deeskalation (Waffenstillstand) massiv an Wert verlieren. Zudem ist das „Market Timing“ – also der Versuch, genau im Tiefpunkt zu kaufen – extrem schwierig. mei

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