Dax kämpft mit Folgen des Iran-Krieges - Anleger müssen Nerven zeigen

Unser internationaler Börsenbericht für den März 2026 zeigt ein Bild extremer Kontraste: Während die US-Märkte ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis stellen, kämpft der deutsche Leitindex DAX mit den direkten Folgen der geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten.

 

Der DAX: Ein „Lackmustest“ für die Krise

 

Der deutsche Leitindex hat einen turbulenten März hinter sich. Nachdem er Ende Februar noch nahe der 25.000er-Marke notierte, sorgte die Eskalation im Iran-Konflikt für einen deutlichen Rücksetzer.

 

Aktueller Stand (20.03.2026): Der DAX notiert bei ca. 22.821 Punkten. Das entspricht einem Rückgang von rund 7 % gegenüber dem Vorkriegsniveau.

  • Die Treiber: Vor allem die massiv gestiegenen Energiepreise (Öl +40 %, Gas +60 % seit Jahresbeginn) belasten die exportorientierte deutsche Industrie. Besonders Autowerte und Chemiekonzerne stehen unter Druck.
  • Lichtblick Finanzsektor: Interessanterweise zeigen sich Bankaktien (z. B. Commerzbank) stabil oder legen sogar zu, gestützt durch die Erwartung, dass die Zinsen aufgrund des Inflationsdrucks länger hoch bleiben oder sogar steigen könnten.

Internationale Märkte: Die „TACO“-Theorie

 

An der Wall Street herrscht eine paradoxe Ruhe. Viele Analysten folgen der sogenannten „TACO“-Theorie (Trump Always Chickens Out): Die Märkte wetten darauf, dass Präsident Trump nach der initialen Eskalation einen schnellen Rückzug einleitet, um die Benzinpreise vor den US-Kongresswahlen im Herbst stabil zu halten.

  • S&P 500 & Nasdaq: Die US-Indizes verloren im März deutlich weniger als ihre europäischen Pendants (ca. -1 % bis -2 %). Starke US-Konjunkturdaten, wie der ISM-Dienstleistungsindex, überlagern dort derzeit die geopolitischen Sorgen.
  • Japan (Nikkei 225): Japanische Aktien gehören aktuell zu den Favoriten internationaler Anleger, da sie als gute Diversifikation zum technologielastigen US-Markt gelten, obwohl auch Japan unter den hohen Energiekosten leidet.

Rohstoffe und Krypto als „Sicherer Hafen“?

 

Die klassischen Fluchtwährungen und Sachwerte zeigen im März 2026 eine geteilte Performance:

  • Gold Stabil über 5.000 $ Klassischer Schutz vor geopolitischen Risiken.
  • Bitcoin Volatil um 74.000 $ Wird zunehmend als „digitales Gold“ in Krisenzeiten genutzt.
  • Öl (Brent) Hoch (über 95 $) Angst vor Blockaden in der Straße von Hormus.

Fazit für Anleger

 

Die Börse im März 2026 ist nichts für schwache Nerven. Der DAX hat zwar wichtige Unterstützungsmarken nach unten durchbrochen, zeigt aber bei rund 22.700 Punkten erste Anzeichen einer Bodenbildung. Prognose: Sollte eine diplomatische Deeskalation im Nahen Osten ausbleiben, warnen Analysten vor einem weiteren Abrutsch des DAX um bis zu 20 %. Bleibt es jedoch beim „kurzen Schlagabtausch“, könnte eine schnelle Erholung einsetzen. mei

Foto: Pixabay

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