Die Spritpreisbremse der schwarz-roten Koalition ist ein Papiertiger

Der Deutsche Bundestag hat vier Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs am heutigen Donnerstag, den 26. März 2026, ein Gesetzespaket verabschiedet, das die explodierenden Kraftstoffpreise eindämmen soll.

 

Doch was die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz als „Spritpreisbremse“ und „Kraftstoffmaßnahmenpaket“ verkauft, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als bürokratisches Placebo, das die eigentlichen Ursachen der Krise unberührt lässt.

 

 

Die "Einmal-pro-Tag"-Regel: Transparenz statt Entlastung

 

Kernstück des Pakets ist die Vorschrift, dass Tankstellen ihre Preise künftig nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen dürfen. Preissenkungen bleiben hingegen jederzeit möglich.

  • Das Problem: Die Regelung ändert nichts am historisch hohen Preisniveau von teils über 2,40 Euro. Sie macht den Schmerz an der Zapfsäule lediglich „planbarer“.
  • Die Kritik: Ökonomen warnen vor dem „Österreich-Effekt“. Dort führte ein ähnliches Modell dazu, dass Tankstellen die Preise präventiv höher ansetzen, um Puffer für den restlichen Tag zu haben. Statt eines Preisrückgangs droht eine Zementierung des hohen Niveaus.

Die Beweislastumkehr im Kartellrecht

 

Das Bundeskartellamt erhält schärfere Befugnisse. Mineralölkonzerne müssen nun von sich aus darlegen, warum drastische Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt sind.

  • Zahnloser Tiger: Die Erfahrung zeigt, dass Konzerne Preissteigerungen stets mit „gestiegenen Beschaffungskosten“ oder der „geopolitischen Risikoaufschlägen“ (Hormus-Blockade) begründen können. Die Beweislastumkehr klingt nach harter Hand, dürfte aber in langjährigen Rechtsstreits versanden, während die Bürger heute zahlen.
  • Staatliche Mitschuld: Kritiker werfen der Regierung Heuchelei vor. Während man den Konzernen „Abzocke“ vorwirft, profitiert der Staat durch die Mehrwertsteuer massiv von den hohen Preisen. Eine Senkung der Energiesteuer oder ein Aussetzen der CO2-Abgabe – echte Hebel für eine Entlastung – lehnte die Koalition heute erneut ab.

Politische Reaktionen: "Planwirtschaft" vs. "Wahlkampfmanöver"

 

Die Debatte im Bundestag verlief hochemotional und offenbarte die tiefe Zerrissenheit des Hauses:

  • Opposition (Links/Rechts): Die Linke und die AfD warfen Merz „Planwirtschaft“ vor. Sie forderten ein Ende der Russland-Sanktionen und eine radikale Steuersenkung statt regulatorischer Kosmetik.
  • Wirtschaftsverbände: Der ADAC und Automobilclubs begrüßen zwar die Transparenz, mahnen aber an, dass dies kein Ersatz für eine echte finanzielle Entlastung der Pendler sei. Die heute beschlossene Maßnahme sei lediglich ein „Beruhigungspille für das Wahlvolk“.

Fazit: Symbolpolitik in der Sackgasse

 

Die heutige Entscheidung des Bundestages ist ein Armutszeugnis für eine Regierung, die sich weigert, die fiskalischen Folgen des Iran-Konflikts direkt abzufedern. Die „Spritpreisbremse“ bremst keinen Preis, sie ordnet nur die Geschwindigkeit der Erhöhung. Solange die Bundesregierung den Steueranteil am Sprit (ca. 50–60 %) unangetastet lässt, bleibt das Paket ein administrativer Papiertiger. Für die Millionen Pendler, die morgen wieder für 2,40 Euro tanken müssen, ändert sich durch den heutigen Beschluss faktisch: nichts. Ausblick: Das Gesetz passiert voraussichtlich morgen den Bundesrat, um pünktlich zum Oster-Wochenende in Kraft zu treten. Ob der Preis an Karfreitag tatsächlich sinkt, darf bezweifelt werden. mei

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