Was als ambitioniertes Projekt mit Champions-League-Teilnahme und Europa-Ansprüchen begann, entwickelte sich über Monate zu einer Saison voller Widersprüche: große Einzelspiele, schwere Einbrüche, Trainerchaos, interne Spannungen, und am Ende Platz acht statt Europa.
Gerade für einen Klub, der sich in den vergangenen Jahren als feste Kraft hinter Bayern, Dortmund und Leverkusen etablieren wollte, ist das eine herbe Enttäuschung.
Der Saisonstart machte Hoffnung
Die ersten Wochen der Saison wirkten zunächst vielversprechend: 4:1 gegen Bremen, 3:1 in Hoffenheim, spektakuläres 6:4 in Mönchengladbach. Frankfurt spielte offensiv mutig, aggressiv und teilweise begeisternden Fußball. Spieler wie: Jonathan Burkardt, Ritsu Dōan, Hugo Larsson und Nathaniel Brown sorgten für Tempo und Dynamik.
Doch schon früh zeigte sich das größte Problem der Saison: Diese Mannschaft war kaum kontrollierbar.
- Spektakulär nach vorne – instabil nach hinten
- Kaum ein Bundesliga-Team schwankte 2025/26 so extrem wie Frankfurt. Beispiele: 6:4 in Gladbach, aber 0:6 in Leipzig, 3:3 gegen Dortmund, 2:3 in Stuttgart, 1:3 gegen Hamburg, 1:3 gegen Leverkusen.
Die Eintracht wirkte oft: offensiv gefährlich, defensiv chaotisch, taktisch unausgewogen.
Besonders gegen Topteams zeigte sich:
- Frankfurt konnte Spiele selten kontrollieren.
- Viele Partien kippten nach individuellen Fehlern, fehlender Ordnung oder mentalen Einbrüchen.
- Der Trainerwechsel wurde zum Symbol der Krise
Die vielleicht größte Fehlentscheidung war der Umgang mit der Trainerfrage.
- Mitten in der Saison verpflichtete Sportvorstand Markus Krösche überraschend den Spanier Albert Riera. Der ehemalige Liverpool- und Manchester-City-Profi sollte modernen Ballbesitzfußball etablieren.
Doch das Experiment scheiterte spektakulär.
Unter Riera: nur vier Siege in 14 Bundesligaspielen, frühes Pokalaus, Champions-League-Enttäuschung, Verlust der europäischen Plätze.
Noch schlimmer: Riera verlor offenbar große Teile der Mannschaft. Berichte über Spannungen mit Spielern und öffentliche Kritik an Umfeld und Team sorgten für zusätzliche Unruhe. Am Ende musste der Trainer bereits nach wenigen Monaten wieder gehen.
Das Problem: Die Entlassung wirkte weniger wie eine Lösung — sondern eher wie ein Eingeständnis eines misslungenen Gesamtprojekts. Markus Krösche gerät zunehmend unter Druck Lange galt Sportvorstand Markus Krösche als Architekt des Frankfurter Erfolgsmodells: kluge Transfers, junge Talente, mutiger Fußball und wirtschaftliche Stabilität.
Doch 2025/26 bekam dieses Modell deutliche Risse.
Kritikpunkte: riskante Kaderzusammenstellung, fehlende Balance, zu viele Wechsel, keine klare Führungsachse, fragwürdige Trainerentscheidung. Selbst Krösche räumte öffentlich ein: „Das Saisonziel wurde nicht erreicht.“
Besonders problematisch: Frankfurt investierte viel Geld — unter anderem nach dem Verkauf von Hugo Ekitiké für rund 95 Millionen Euro — konnte daraus sportlich aber keinen stabilen Vorteil entwickeln.
Die Champions League wurde zur Belastung
Eigentlich sollte die Champions League den nächsten Entwicklungsschritt markieren. Stattdessen wirkte die Doppelbelastung wie ein Verstärker aller Probleme: fehlende Rotation, Formschwankungen, mentale Müdigkeit, defensive Überforderung. Frankfurt fehlte die Tiefe und Stabilität eines echten Topkaders. Gerade in der Rückrunde brach die Mannschaft mehrfach sichtbar ein.
Die Fans blieben erstaunlich loyal
Trotz aller Enttäuschungen blieb die Unterstützung der Fans bemerkenswert groß. Die Frankfurter Kurve trug die Mannschaft auch durch schwierige Phasen. Selbst Riera bedankte sich ausdrücklich für den Rückhalt trotz der enttäuschenden Saison.
Das zeigt: Das Verhältnis zwischen Verein und Fans bleibt grundsätzlich stark. Doch die Geduld dürfte nicht unbegrenzt sein.
Es droht ein gefährlicher Sommer Die größte Gefahr für Frankfurt beginnt jetzt. Ohne internationales Geschäft drohen: finanzielle Einbußen, schwierige Vertragsverhandlungen, mögliche Abgänge wichtiger Spieler. Besonders begehrt: Nathaniel Brown, der bereits mit Bayern München in Verbindung gebracht wird. Dazu kommt: Die sportliche Richtung des Vereins wirkt derzeit unklar.
- neuer Trainer,
- möglicher Umbruch,
- offene Kaderfragen,
- wachsender Druck auf Krösche.
Die Saison zeigt ein Grundproblem moderner „Übergangsklubs“
Frankfurt steckt inzwischen in einer schwierigen Zwischenposition: zu groß für reine Außenseiterrolle, aber nicht stabil genug für die nationale Spitze. Die Eintracht will: Champions League, attraktiven Fußball, Transfergewinne, internationale Konkurrenzfähigkeit. Doch genau diese Mischung erzeugt enormen Druck und permanente Unruhe. Spieler werden schnell verkauft. Trainerideen wechseln. Konstanz entsteht kaum.
Fazit
Die Saison 2025/2026 von Eintracht Frankfurt war keine Katastrophe — aber eine klare Enttäuschung. Platz acht ist für einen Klub mit diesen Ansprüchen zu wenig. Die Mannschaft zeigte: Talent, Spektakel, offensive Qualität. Aber eben auch: fehlende Stabilität, taktische Probleme, interne Spannungen und mangelnde Konstanz. ndetFrankfurt steht nun an einem kritischen Punkt:
Der Verein muss entscheiden, ob er weiter ständig zwischen Entwicklung und Größenanspruch pendelt — oder endlich eine klare sportliche Identität findet. mei
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