Nachlese: Bayern München gewinnt DFB-Pokal - Historischer Auftritt von Harry Kane - Bayern-Spieler in der Einzelkritik

Der FC Bayern München ist wieder Pokalsieger! Vor 74.036 Zuschauern im ausverkauften und stimmungsvollen Berliner Olympiastadion bezwang der Rekordsieger den Titelverteidiger VfB Stuttgart mit 3:0.

 

Zum Matchwinner des Abends avancierte Bayern-Stürmer Harry Kane, der mit einem waschechten Hattrick in der zweiten Halbzeit den 21. Pokalsieg der Vereinsgeschichte im Alleingang herbeiführte.

 

Dabei sah es im ersten Durchgang keineswegs nach einer klaren Angelegenheit aus. Der VfB Stuttgart startete mutig, presste hoch und kam durch Maximilian Mittelstädt, der nach Vorarbeit von Deniz Undav das Außennetz traf (9.), zur ersten dicken Gelegenheit. Bayern verbuchte zwar mehr Ballbesitz, tat sich gegen die extrem kompakt und diszipliniert stehende Stuttgarter Defensive von Trainer Sebastian Hoeneß jedoch sichtlich schwer. Es entwickelte sich ein intensives, von Taktik geprägtes Finale mit wenigen echten Torraumszenen vor dem Seitenwechsel.

  • Nach der Pause änderte sich das Bild. Die Münchner kamen mit deutlich mehr Dynamik und Zielstrebigkeit aus der Kabine. In der 55. Minute brach schließlich der Bann: Nach einer feinen Kombination bediente Musiala den goldrichtig stehenden Harry Kane, der eiskalt zum 1:0 vollstreckte. Stuttgart versuchte zu reagieren, biss sich an der stark verbesserten Bayern-Defensive um Upamecano jedoch die Zähne aus.
  • In der Schlussphase machten die Bayern den Sack zu. Erneut war es Kane, der in der 80. Minute nach einem Konter auf 2:0 erhöhte. Den Schlusspunkt setzte der Engländer in der Nachspielzeit (90.+2) selbst, als er einen fälligen Foulelfmeter souverän zum 3:0-Endstand verwandelte. Während Stuttgart trotz erhobenen Hauptes die Segel strecken musste, feierten die Bayern eine letztlich abgeklärte und verdiente Pokal-Party in der Hauptstadt.

Spielernoten des FC Bayern München

 

Hinweis: Bewertet wird nach dem deutschen Schulnotensystem (1 = sehr gut, 6 = ungenügend).

 

Torwart & Abwehr

 

  • Urbig: Note 2 In der ersten Halbzeit bei den Stuttgarter Nadelstichen hellwach. Musste zwar keine Unmengen an Weltklasse-Paraden zeigen, strahlte aber beim Abfangen von Flanken und im Aufbauspiel gewohnte, fehlerfreie Ruhe aus. Ein sicherer Rückhalt im Finale.
  • Joshua Kimmich: Note 2,5 Lieferte sich auf der rechten Abwehrseite harte Duelle mit Chris Führich. Defensiv meist stabil, schaltete er sich in der zweiten Halbzeit immer wieder klug in die Offensive ein und kurbelte das Spiel über die Außenbahn an.
  • Dayot Upamecano: Note 1,5 Ein bärenstarker Auftritt des Innenverteidigers. Gewann gefühlt jeden wichtigen Zweikampf gegen Deniz Undav und fing die gefährlichen Stuttgarter Steckpässe extrem aufmerksam ab. Maßgeblich daran beteiligt, dass hinten die Null stand.
  • Jonathan Tah: Note 2 Ergänzte sich hervorragend mit Upamecano. Sehr kompromisslos in der Luft und am Boden. Ließ defensiv überhaupt nichts anbrennen und bügelte die wenigen Wackler im Mittelfeld humorlos aus.
  • Stanisic: Note 3 Nutze seine Schnelligkeit defensiv gut aus, hatte in der ersten Halbzeit im Spiel nach vorne jedoch einige Ungenauigkeiten und leichte Ballverluste. Steigerte sich im zweiten Durchgang spürbar, als Stuttgart mehr Räume bot.

Mittelfeld

  • Aleksandar Pavlović: Note 2,5 Zunächst unter starkem Pressing-Druck der Stuttgarter, beruhigte er das Münchner Spiel in der zweiten Halbzeit mit hoher Passsicherheit. Taktisch sehr diszipliniert in der Rückwärtsbewegung.
  • Konrad Laimer: Note 3 Der gewohnte nimmermüde Arbeiter. Stopfte im Mittelfeldzentrum Löcher, lief Räume zu und presste unermüdlich. Vergab eine Riesen
  • Jamal Musiala: Note 3 In der ersten Hälfte gut bewacht, war nach der Pause besser. Nicht in der Form vor seiner Verletzung.
  • Luis Diaz: Note 3 Zeigte viel Einsatz auf der Außenbahn, allerdings fehlte bei seinen Hereingaben im ersten Durchgang oft die Präzision. Setzte Stuttgart nach dem Seitenwechsel durch sein Tempo jedoch defensiv unter Dauerdruck.
  • Olise: Note  2,5 Zeigte viel Einsatz auf der Außenbahn, allerdings fehlte bei seinen Hereingaben im ersten Durchgang oft die Präzision. Setzte Stuttgart nach dem Seitenwechsel durch sein Tempo jedoch defensiv unter Dauerdruck. Legte zum ersten Tor für Kane auf.

Angriff

 

  • Harry Kane: Note 1 (Spieler des Spiels) Wer im DFB-Pokalfinale einen Hattrick schnürt, lässt keine Fragen offen. In der ersten Halbzeit noch weitgehend in der Luft hängend, zeigte er nach dem Seitenwechsel seine absolute Weltklasse. Eiskalt beim 1:0, abgeklärt beim 2:0 und nervenstark vom Punkt beim 3:0. Ein historischer Final-Auftritt des Stürmers. mei

Foto: Pixbay