Der Tod Attilas im Jahr 453 n. Chr. gehört zu den spektakulärsten und am häufigsten diskutierten Todesfällen der antiken Geschichte.
Da es kaum zeitgenössische Berichte gibt, mischen sich Fakten eng mit Legenden. Die wichtigste und detaillierteste Quelle stammt von dem spätantiken Geschichtsschreiber Jordanes (der sich wiederum auf das verlorene Werk des Diplomaten Priskos berief).
Die offizielle Version: Der Blutsturz in der Hochzeitsnacht
Laut den historischen Berichten feierte Attila im Frühjahr 453 die Hochzeit mit einer neuen, jungen Frau namens Ildico (vermutlich eine germanische Prinzessin). Nach einem ausschweifenden Gelage mit enormem Alkoholkonsum zog sich der König mit seiner Braut in das Schlafgemach zurück. Als die Leibwächter am nächsten Morgen wegen des ungewöhnlichen Schweigens misstrauisch wurden und die Tür aufbrachen, bot sich ihnen folgendes Bild:
Attila lag tot im Bett, ohne jede äußere Wunde.
- Er war an seinem eigenen Blut erstickt, das ihm aus der Nase in den Hals gelaufen war (Blutsturz).
- Die junge Braut Ildico saß weinend und unter Schock am Bettrand.
- Aus medizinischer Sicht vermuten Historiker heute, dass Attila an schweren Ösophagusvarizen (Krampfadern in der Speiseröhre) litt – eine häufige Folge von chronischem Alkoholmissbrauch. Durch den extremen Alkoholkonsum und den steigenden Blutdruck in der Nacht könnten diese geplatzt sein, was zu dem tödlichen Blutsturz führte.
Die Verschwörungstheorien: Mord und Rache
Schon kurz nach seinem Tod kamen Gerüchte auf, dass die Geißel Gottes keines natürlichen Todes gestorben sei. Zwei Haupttheorien halten sich bis heute:
- Die Rache der Braut (Ildico): Einige Quellen deuteten an, dass Ildico den König aus Rache für die Zerstörung ihres Volkes im Schlaf erdolcht oder vergiftet habe. Diese Version wurde vor allem im germanischen Raum populär und fand später sogar Einzug in das berühmte Nibelungenlied (wo die Figur der Kriemhild ihren Ehemann Etzel – der auf Attila basiert – tötet).
- Der oströmische Geheimdienst: Der oströmische Kaiser Markian stand unter enormem Druck, da Attila immer wieder immense Tributzahlungen in Gold erpresste. Manche Historiker halten es für denkbar, dass oströmische Agenten die Hochzeit nutzten, um ein tödliches Gift in Attilas Weinbecher zu mischen.
Das mysteriöse Begräbnis
Um das Grab des mächtigen Herrschers rankt sich ein weiterer Mythos. Jordanes berichtet, dass Attila mitten in der Nacht inmitten der ungarischen Steppe in einem dreifachen Sarg bestattet wurde:
- Der innerste Sarg bestand aus Gold, der mittlere aus Silber, der äußerste aus Eisen.
Zudem wurden Waffen erbeuteter Feinde, Schmuck und immense Reichtümer mit in das Grab gelegt. Damit der Ort niemals von Grabräubern gefunden werden konnte, wurden alle Sklaven und Arbeiter, die an der Bestattung beteiligt waren, unmittelbar danach getötet. Bis heute ist das Grab Attilas trotz intensiver archäologischer Suchen im pannonischen Raum (Ungarn/Rumänien) unentdeckt geblieben. mei
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