Der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel lebt für Alexander Zverev intensiver denn je. Im Viertelfinale der French Open hat die deutsche Nummer eins den spanischen Youngster und Aufsteiger Rafael Jódar souverän in die Schranken gewiesen.
Auf dem Court Philippe-Chatrier siegte Zverev nach anfänglichen Wacklern glatt in drei Sätzen mit 7:6 (7:3), 6:1 und 6:3.
Nach 2:25 Stunden Spielzeit verwandelte er seinen ersten Matchball und stürmte damit zum wiederholten Mal in das Halbfinale von Roland Garros. Tennis-Ikone Boris Becker schwärmte am Eurosport-Mikrofon: „Das war die beste Vorstellung von Sascha Zverev bei diesem Turnier.“
Der Spielbericht: Nervenstärke schlägt jugendlichen Elan
- Dabei lief der Start für den Hamburger überhaupt nicht nach Plan. Der erst 19-jährige Spanier Jódar (Turniersetzliste Nummer 27), der in den Runden zuvor mit sensationellem Sandplatz-Tennis begeistert hatte, legte los wie die Feuerwehr.
- Während Zverev kühlere Temperaturen erwischte und anfangs mit leichten Vorhandfehlern zu kämpfen hatte, nutzte Jódar die Gunst der Stunde, schnappte sich ein frühes Break und zog schnell auf 3:0 davon.
Doch Zverev blieb bei diesem ersten echten Härtetest der zweiten Turnierwoche vollkommen ruhig. Mit zunehmender Matchdauer fand er über seinen gewohnt dominanten ersten Aufschlag (am Ende 7 Assen bei 80 % ersten Aufschlägen im Feld) zurück in die Spur. Er glich zum 3:3 aus, musste im Tiebreak zwar erneut einem 0:3-Rückstand hinterherlaufen, holte sich den ersten Durchgang dank starker Nerven aber noch mit 7:3.
- Ab dem zweiten Satz übernahm die Nummer zwei der Pariser Setzliste komplett das Kommando. Zverev minimierte seine Fehlerquote drastisch, diktierte die Ballwechsel von der Grundlinie und ließ Jódar bei eigenem Service kaum noch Luft zum Atmen. Mit jeweils einem späten, hochverdienten Break pro Satz transportierte er die Durchgänge zwei und drei sicher ins Ziel.
Der Weg zum historischen Triumph ist frei
Nach den frühen Abschieden von Jannik Sinner und Novak Djokovic sowie dem verletzungsbedingten Fehlen von Titelverteidiger Carlos Alcaraz gilt Alexander Zverev im Pariser Sand endgültig als Topfavorit Nummer eins auf den Coupe des Mousquetaires.
Nur noch zwei Siege trennen den 29-Jährigen von der Erfüllung seines größten Karriere-Traums. Allerdings wächst mit der Rolle auch die Erwartungshaltung: Legende John McEnroe betonte bereits kurz nach dem Match, dass Zverev in den kommenden Tagen „mehr Druck spüren wird als je zuvor in seiner Karriere“. Am Freitag wird sich zeigen, wie er mit diesem Druck im Halbfinale umgeht. mei
Foto: Pixabay
