Nach dem historischen und extrem bitteren Aus der deutschen Nationalmannschaft im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay steht Bundestrainer Julian Nagelsmann massiv in der Kritik.
Obwohl sein Vertrag eigentlich bis zur EM 2028 läuft, verdichten sich die Zeichen, dass der DFB den Neuanfang wagen muss. Doch wer könnte das Amt übernehmen?
Der DFB steht an einem Scheideweg: Wird es der lang ersehnte deutsche Königstransfer, eine interne Beförderung oder bricht der Verband mit dem Dogma und holt erstmals einen ausländischen Spitzentrainer?
Die absolute Wunschlösung (Deutschland) Jürgen Klopp (59)
- Er ist der Name, der über allem schwebt und laut Medienberichten derzeit die mit Abstand wahrscheinlichste Option ist. Klopp, der das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada als TV-Experte begleitet, steht wie kein anderer für Emotionen, Aufbruchsstimmung und das Entfachen von Leidenschaft – genau jene Tugenden, die dem DFB-Team beim WM-Debakel fehlten.
- Vorteile: Absolute Akzeptanz in der Bevölkerung und bei den Spielern; erprobter Krisenmanager, der Vereine (BVB, Liverpool) aus dem Tief führen kann; enorme Aura und Motivationskraft.
- Hürden: Klopp hat erst kürzlich seinen strategischen Posten bei Red Bull angetreten. Ein Engagement müsste vertraglich flexibel gelöst werden – allerdings gilt der DFB-Posten als Klopps Traumjob.
Die ausländischen Star-Trainer: Ein historischer Bruch?
Der DFB hat in seiner Geschichte noch nie einen Bundestrainer ohne deutschen Pass eingestellt. Nach dem wiederholten frühen Scheitern bei großen Turnieren fordern Experten jedoch, auch über den Tellerrand hinauszuschauen.
- Pep Guardiola (55) Der Name fiel bereits in den ersten Analysen nach dem WM-Aus (unter anderem ins Spiel gebracht von Experten wie Mats Hummels). Guardiola ist der taktische Mastermind des weltweiten Fußballs und kennt den deutschen Fußball aus seiner Zeit bei Bayern München bestens.
- Chancen: Guardiola hat oft betont, dass ihn die Rolle eines Nationaltrainers bei einer Weltmeisterschaft reizen würde. Finanziell und strukturell müsste der DFB sich hierfür jedoch völlig neu strecken. Es bleibt ein absoluter Luxus-Traum.
- Zinedine Zidane (54) Der Franzose ist seit Jahren ohne festen Trainerjob und wartete lange vergeblich auf die französische Nationalmannschaft (wo Didier Deschamps fest im Sattel sitzt). Zidane bewies bei Real Madrid, dass er mit absoluten Weltstars umgehen und Titel garantieren kann.
- Chancen: Eher gering, da die Sprachbarriere beim DFB traditionell als großes Hindernis gilt. Taktisch wäre er jedoch die perfekte Mischung aus Autorität und Gelassenheit, um der verunsicherten DFB-Elf neues Selbstbewusstsein einzuhauchen.
Der „Bundesliga-Versteher“ (Sofortige Integration)
- Oliver Glasner (51) Der Österreicher wird in aktuellen Medienberichten direkt nach dem WM-Aus heiß gehandelt. Glasner hat bewiesen, dass er in Deutschland Titel gewinnen kann (Europa-League-Sieg mit Eintracht Frankfurt) und hat zuletzt bei Crystal Palace in der Premier League eindrucksvoll gearbeitet.
- Vorteil: Kennt die Bundesliga in- und auswendig; steht für einen extrem intensiv gepressten Umschaltfußball; gilt als hervorragender Turniermanager und exzellenter Kommunikator.
Der Außenseiter
- Xavi Hernández (46) Seit seinem Abschied vom FC Barcelona ist die spanische Mittelfeld-Legende auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.
- Vorteil: Xavi steht für die absolute Ballbesitz-Philosophie, die vielen deutschen Spielern (insbesondere den Block-Spielern aus München und Leverkusen) vertraut ist. Er besitzt weltweite Strahlkraft.
- Nachteil: Die Sprachbarriere und seine mangelnde Erfahrung außerhalb des spanischen/katalanischen Kosmos machen ein DFB-Engagement eher zum Experiment. mei
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