Höher, schneller, teurer: Fifa hat Bezug zur Basis verloren

Wenn die FIFA ein Turnier plant, geht es selten um die Magie des Fußballs – es geht um Rendite, Reichweite und Expansion.

 

Die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko bricht zwar alle Rekorde, hinterlässt aber schon jetzt einen fahlen Beigeschmack. Was als weltumspannendes Fest des Sports verkauft wird, offenbart sich bei genauerem Hinsehen als ein durchorganisiertes Spektakel des Gigantismus, das die eigenen Fans vor den Kopf stößt.

 

Der Wahn der 48 Teams

 

Erstmals treten 48 Nationen in 104 Spielen an. Wer glaubt, dass damit der Fußball bereichert wird, irrt. Die Verwässerung des sportlichen Niveaus in der Gruppenphase ist vorprogrammiert. Doch der FIFA geht es nicht um sportliche Dramatik ab Tag eins, sondern um Stimmvieh und TV-Märkte. Mehr Spiele bedeuten mehr Sendezeit, mehr Werbefläche und mehr Einnahmen.

  • Die Zeche zahlen die Spieler, deren Belastungsgrenze längst überschritten ist. In einem ohnehin vollgestopften Kalender müssen die Profis nun in Sommerhitze quer über einen ganzen Kontinent jetten. Die Folgen: Belastungsverletzungen, müde Beine und zähe Partien.

Entfremdung von den Fans: Ein Turnier nur für die Eliten

  • Besonders bitter ist der Blick auf die Ränge. Mit dynamischen Ticketpreisen und Preisen auf Rekordniveau treibt der Weltverband die Kommerzialisierung auf die Spitze:
  • Wucherpreise: Tickets für einfache Vorrundenspiele kosten teils Hunderte Euro, für ein Finalticket verlangt die FIFA astronomische Summen.
  • Exorbitante Nebenkosten: Horrende Preise für Hotels, Inlandsflüge und Parkplätze vor den Stadien machen das Turnier für normale Fans nahezu unbezahlbar.

Wer früher im Block für Stimmung sorgte, wird durch ein Publikum ersetzt, das die WM eher als Entertainment-Event im Stile des Super Bowl konsumiert. Die echte Fankultur, die eine Weltmeisterschaft erst lebendig macht, droht auf der Strecke zu bleiben.

 

Ökologischer Wahnsinn auf drei Ländern

 

In Zeiten des Klimawandels sendet ein Turnier, das sich über die Fläche von Kanada, den USA und Mexiko erstreckt, das völlig falsche Signal. Zehntausende Kilometer Flugstrecke für Teams, Medien und Fans stehen im krassen Widerspruch zu jeglichen Nachhaltigkeitsversprechen. Fazit: Die WM 2026 ist das endgültige Denkmal einer FIFA, die den Bezug zur Basis verloren hat. Höher, schneller, teurer – das Turnier verspricht maximale Einnahmen für den Weltverband, zahlt dafür aber mit der Seele des Spiels. mei

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